Piraten-Netflix zerschlagen: IPTV-Ring mit 86.000 Kunden belieferte auch Deutschland
Piraten-Netflix zerschlagen: IPTV-Ring mit 86.000 Kunden belieferte auch Deutschland
Piraten-Netflix zerschlagen: Griechische Polizei hebt Ring mit 86.000 Kunden aus. Auch Deutschland war betroffen.
Sieben Festnahmen nach jahrelangen Ermittlungen
Das Geschäftsmodell des „Piraten-Netflix“
86.000 Kunden und Millionenumsätze
Internationale Infrastruktur
Geldwäsche-Vorwürfe aus IPTV-Geschäft
Luxusleben statt Sparprogramm
Umfangreiche Beschlagnahmungen
IPTV-Nutzer geraten ebenfalls ins Visier
Die griechische Polizei hat eines der größten IPTV-Netzwerke Europas ausgehoben. Der von der griechischen Huffington Post als „Piraten-Netflix“ bezeichnete IPTV-Ring soll mehr als 86.000 Kunden versorgt, mindestens sieben Millionen Euro umgesetzt und auch Nutzer in Deutschland beliefert haben. Die Ermittler sprechen von professionell organisierter Streaming-Piraterie mit internationaler Infrastruktur.
Ein griechisches IPTV-Netzwerk bot Tausende TV-Sender, Filme, Serien und Live-Sportübertragungen zu einem Bruchteil der regulären Preise an. Bereits seit 2017 lief das Geschäft offenbar nahezu ungestört. Laut Pressemitteilung hat die griechische Polizei nun dem mutmaßlichen Betreiberkreis des sogenannten „Piraten-Netflix“ einen empfindlichen Schlag versetzt. Die Dimensionen des Falls sind bemerkenswert: 86.000 registrierte Kunden, mindestens sieben Millionen Euro Umsatz und Verbindungen in zahlreiche Länder, darunter, wie Huffington Post berichtet, auch Deutschland.
Sieben Festnahmen nach jahrelangen Ermittlungen
Im Zuge der Razzia wurden sieben griechische Staatsbürger festgenommen, darunter eine Frau und sechs Männer im Alter zwischen 31 und 73 Jahren. Neben den Festgenommenen stehen nach Angaben der Behörden auch fünf weitere mutmaßliche Mitglieder des Netzwerks sowie 71 Nutzer des illegalen Streaming-Angebots im Fokus des Verfahrens. Die Durchsuchungen fanden am 16. Juni 2026 gleichzeitig auf Kreta, in Attika, Agrinio, Korfu und Samos statt.
Die Ermittlungen wurden vom Referat zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität auf Kreta geführt. Unterstützt wurden die Beamten von Spezialisten für Wirtschaftskriminalität, digitaler Forensik und Vertretern der griechischen Gesellschaft zum Schutz audiovisueller Werke.
Laut News247 verschaffte sich ein verdeckter Polizeibeamter als vermeintlicher Kunde Zugang zu dem IPTV-Angebot. Auf diese Weise konnten die Ermittler zusätzliche Erkenntnisse über die Abläufe und Strukturen des Netzwerks gewinnen. Die gewonnenen Informationen wurden in die weiteren Ermittlungen einbezogen.
Das Geschäftsmodell des „Piraten-Netflix“
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe spätestens seit 2017 eine professionelle Infrastruktur für IPTV-Piraterie aufgebaut hatte. Die Betreiber verschafften sich demnach Zugriff auf Inhalte legaler Pay-TV- und Streaming-Anbieter, bereiteten diese technisch auf und verteilten sie anschließend über eigene Server und Streaming-Systeme an ihre Kunden.
Für die Nutzer bot das illegale Streaming-Angebot eine günstige Alternative zu mehreren kostenpflichtigen Abonnements gleichzeitig. Tausende Fernsehkanäle, aktuelle Filme, Serien und Sportübertragungen standen über speziell konfigurierte IPTV-Boxen oder über Anwendungen für Smart-TVs und andere kompatible Geräte zur Verfügung. Der Zugang erfolgte entweder über vorkonfigurierte Set-Top-Boxen mit bereits installierter Streaming-Software oder über spezielle Aktivierungslinks, mit deren Hilfe Kunden die erforderlichen Anwendungen auf ihren Geräten installieren und freischalten konnten. In vielen Fällen übernahmen Mitglieder der Organisation sogar die Einrichtung und Konfiguration der Geräte.
Bemerkenswert ist dabei die Professionalität der mutmaßlichen Täter. Laut Polizei existierte ein zentrales Verwaltungssystem für Kundenkonten, Vertragsverlängerungen und technischen Support. Nach Erkenntnissen der Ermittler agierte das Netzwerk nahezu wie ein reguläres Unternehmen. Die Aufgaben innerhalb des Netzwerks waren dabei arbeitsteilig organisiert. Während........
