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Kindle for PC: Amazon schließt DRM-Schlupfloch mit App-Aus

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21.04.2026

Kindle for PC: Amazon schließt DRM-Schlupfloch mit App-Aus

Kindle for PC vor dem Aus: Amazon ersetzt die App durch eine Windows-11-Version und verschärft offenbar damit seinen DRM-Kurs.

Kindle for PC vor dem Aus: Deadline steht fest

Rückblick: Kindle for PC als Schlüssel zur DRM-Umgehung

Nachfolger nur für Windows 11: Neue Kindle-App kommt

DRM im Fokus: Das Ende eines Einfalltors?

Mehr Kontrolle, weniger Spielraum

Die Desktop-App Kindle for PC steht vor dem Aus. Ab dem 30. Juni 2026 stellt Amazon „Kindle for PC“ ein und damit für viele Nutzer eine Anwendung, die mehr ermöglichte als bloßes Lesen. Der Nachfolger läuft nur noch unter Windows 11 und dürfte vor allem erheblich schwerer zu knacken sein. Mit dem Ende der App zeichnet sich ab, dass damit ein weiteres Schlupfloch für DRM-Umgehungen verschwindet.

Kindle for PC vor dem Aus: Deadline steht fest

Die Desktop-Anwendung „Kindle for PC“ wird zum 30. Juni 2026 endgültig abgeschaltet. Amazon informiert Nutzer aktuell per Pop-up innerhalb der Anwendung darüber. Danach soll die Software nicht mehr funktionieren, selbst dann nicht, wenn man sie erneut installiert oder aus alternativen Quellen bezieht.

Rückblick: Kindle for PC als Schlüssel zur DRM-Umgehung

Damit endet eine Ära, die bereits 2009 begann. Die Anwendung wurde zwar regelmäßig aktualisiert, größere funktionale Neuerungen blieben jedoch über Jahre hinweg aus. Dennoch bot Kindle for PC einen entscheidenden Vorteil, nämlich Zugriff auf lokal gespeicherte E-Books und damit zugleich ein Einfallstor zur Buchbefreiung.

Erst durch gezielte Änderungen in neueren Versionen schränkte Amazon diese Möglichkeiten ein. Viele Nutzer wichen deshalb gezielt auf ältere Versionen von Kindle for PC aus, die weiterhin kompatible Dateiformate lieferten und Updates bewusst vermieden. Die Anwendung ermöglichte es, heruntergeladene Titel lokal abzulegen und in Kombination mit Tools wie Calibre und dem bekannten DeDRM-Plugin (ALF) den Kopierschutz zu umgehen.

Mit der Einführung des moderneren KFX-Formats verschärfte Amazon die technischen Hürden weiter. Während ältere Konstellationen teils noch AZW- oder AZW3-Dateien lieferten, die sich vergleichsweise einfach vom Kopierschutz befreien ließen, setzte sich zunehmend das restriktivere Format durch.

Zusätzlichen Druck baute Amazon ab 2022 auf, als die Unterstützung für MOBI- und AZW-Dateien im Rahmen von „Send to Kindle“ eingestellt wurde. Spätestens mit der folgenden Abschaffung der Funktion „Download & Transfer via USB“ wurde der direkte Zugriff auf geeignete Dateien........

© Tarnkappe