Mal sehen, wer in den Himmel kommt
Einige Arbeiter freuen sich: Sie hatten schon damit gerechnet, an diesem Tag ohne Einkommen nach Hause gehen zu müssen. Doch dann wurden sie kurz vor Feierabend noch angeworben. Und bekamen am Ende den gesamten Tageslohn: einen Denar. Wow, großzügig, dieser Gutsherr.
Andere Arbeiter ärgern sich: Sie haben den ganzen Tag geschuftet und bekommen dafür nur einen Denar. Gut, die Summe war vereinbart, aber sie hatten heimlich mit mehr gerechnet – wo doch schon die Nachzügler einen Denar bekommen hatten. Absolut ungerecht, dieser Gutsherr.
Bei der Geschichte, dem Evangelium dieses Sonntags, handelt es sich um ein Gleichnis. Es geht darin also nicht um Arbeitgeber und Arbeitnehmer, um Weinberge und Lohngerechtigkeit. Es geht um Gott und Mensch, um das Himmelreich und den ewigen Lohn, das Heil. Was die Sache aber kaum besser macht. Denn auch in dieser Frage sagt unser Gerechtigkeitsgefühl ziemlich klar: Jemand, der sich ein Leben lang bemüht hat, sollte mehr Lohn bekommen, als einer, der erst auf dem Totenbett bereut. Ein guter Mensch kommt in den Himmel, ein Putin in die
1. Am Ende entscheidet Gott allein
Dass man sich den Himmel nicht verdienen kann, ist eine gängige Glaubensweisheit – und doch versuchen es viele irgendwie. Aber die Texte dieses Sonntags machen es sehr deutlich: Der Gutsherr im Gleichnis gibt sein Geld, wem und wie er selber will. Er zahlt nicht nach Arbeitsdauer und nicht nach Leistung; er verschenkt, wie man sprichwörtlich sagt, „nach Gutsherrenart“. Er ist – noch so eine Redensart von früher – der „Gnädige Herr“. Wenn Menschen sich so etwas herausnehmen, gruselt es uns........
