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Glaube auf dem Weg

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09.10.2026

Ästhetik ist ein wichtiges Thema beim Jubiläum des Neokatechumenalen Wegs in Chemnitz. Um die Ästhetik des Gottesdienstraums geht es, in dem alles durchdacht ist. Das Blau des Bodens steht für Wasser, das Tod, aber auch Taufe bedeuten kann. Die Ikonen, an die Wand geschrieben oder als Stoff über den Ambo gelegt, erinnern an orthodoxe Kirchen und haben doch einen ganz eigenen Stil. Auch Elemente der jüdischen Tradition findet man, etwa den siebenarmigen Leuchter. Man merkt, dass all das auf einen Künstler zurückgeht – auf den 1939 geborenen Maler Kiko Argüello. In den 1960er Jahren gründete er den Neokatechumenalen Weg, eine geistliche Bewegung der katholischen Kirche. Seine Ideen, seine Spiritualität und natürlich seine Ästhetik verbreiteten sich bis heute in vielen Ländern der Welt – auch in Deutschland.

Mission in der Pfarrei

Hinter dem sperrigen Namen des Neokatechumenalen Wegs verbirgt sich eine „pastorale Initiative innerhalb der Pfarrei“, wie die Bewegung auf ihrer Homepage erklärt. Der Name setzt sich aus den Worten „Neo“ für „Neu“ und „Katechumenat“ zusammen, das die Vorbereitung auf die Taufe meint. Und natürlich aus dem Weg, denn in den Gemeinschaften gehen Erwachsene über Jahre hinweg gemeinsam zehn Etappen, an deren Ende die Erneuerung des Taufversprechens steht. Nach Feierabend und am Wochenende treffen sie sich regelmäßig und beschäftigen sich mit zentralen katholischen Glaubensinhalten und ihrer Umsetzung im Alltag.

Entstanden war die Bewegung in den 1960er Jahren, parallel zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Ihr Gründer Kiko Argüello lebte damals in einer Barackensiedlung von Madrid, um Gott bei den Armen ganz nah zu sein. Dort traf er auf die Missionarin Carmen Hernández. Gemeinsam entwickelten sie eine schrittweise Einführung in das Christentum in kleinen Gemeinschaften. 1990 wurde der Weg von Papst Johannes Paul II. als „geistliche Bewegung“ anerkannt und 2008 durch Papst Benedikt XVI. kirchenrechtlich bestätigt. Heute hat der Neokatechumenale Weg weltweit etwa 1,5 Millionen Mitglieder, in Deutschland leben gut 2000 Menschen in rund 90 Gemeinschaften. Ihr spirituelles Leben besteht aus einem „Dreifuß“ aus Wort, Liturgie und Gemeinschaft. Sie lesen gemeinsam die Bibel und teilen Alltagserfahrungen, sie feiern gemeinsam den Sonntagsgottesdienst und sie treffen sich zu regelmäßigen Gemeinschaftsaktionen.

In Taucha, vor den Toren von Leipzig, leben seit 1994 neokatechumenale Gemeinschaften in einer sogenannten „Missionspfarrei“. Sie beteiligt sich hier also aktiv am........

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