Machen kann man das nicht
Vor einigen Jahren besuchte Josef Epp im Krankenhaus in Ottobeuren eine Frau, die gerade erfahren hatte, dass sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Der Klinikseelsorger kannte die Familie flüchtig, denn auch der Vater der Frau war schwer krank und in der Klinik behandelt worden. „Ich wusste, dass er mittlerweile bei der Frau und ihrem Mann lebte – und dass es kompliziert war“, sagt Epp. Das Zusammenleben sei schwierig und von häufigen Streitereien geprägt gewesen. „Und nun hat diese Frau die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommen mit einer Lebenserwartung von nur wenigen Monaten.“
Epp rechnete damit, dass er im Krankenzimmer auf eine aufgelöste Patientin trifft, die unter Schock steht, die verzweifelt ist, die vor Unruhe nicht weiß, was sie tun soll. Doch das Gegenteil war der Fall: „Ich fand eine überaus gelassene Frau vor.“ Sie erzählte von ihrer Familie, von ihrem Mann und ihrem Vater. „Sie sagte, dass die beiden wie zwei missmutige Kinder seien und einfach keine gute Basis fänden. Und zugleich sagte sie: Ich gehe jetzt das, was ich noch tun und regeln kann, in aller Ruhe an und versuche, Lösungen zu finden.“
» Der Friede Gottes zeigte sich hier in einer großartigen Form der Gelassenheit. «
» Der Friede Gottes zeigte sich hier in einer großartigen Form der Gelassenheit. «
Diese Klarheit hat Epp beeindruckt. Bei den folgenden Treffen erzählte die Frau von ihren Versuchen, die familiäre........
