„Du hast mich gehört“
„Hallo? Hör mir zu! Ich brauche jetzt deine Hilfe, wie noch nie zuvor in meinem Leben.“ Horst Kummeth erinnert sich gut, wie er Gott diese Worte entgegengeschrien hat. Wie er verzweifelt in einem Park in der Nähe eines Krankenhauses saß, weinte, tobte und brüllte.
Noch heute stockt seine Stimme, wenn er an diesen Moment denkt. Seine erste Tochter Sarah war wenige Wochen zuvor auf die Welt gekommen. Die Geburt war kompliziert, über Wochen musste das Kind intensivmedizinisch behandelt werden. Eine Ärztin hatte ihm und seiner Frau mitgeteilt, dass die Lunge dauerhaft geschädigt sei. „Man hatte ein Lungenemphysem festgestellt und Vernarbungen, die ihr ganzes Leben beeinträchtigen würden“, sagt Kummeth. „Die schlechten Nachrichten rissen einfach nicht ab. Ich war völlig verzweifelt. Ich wusste nicht mehr weiter. Es ging so weit, dass ich dachte: Ich würde jetzt einfach gerne sterben.“
Die meisten Menschen kennen Kummeth ganz anders: als gut gelaunten Schauspieler, der bodenständige, heimatverbundene Rollen verkörpert, die manchmal grantig, aber immer liebenswürdig sind. In den 1980er-Jahren gehörte er zu den beliebtesten Schauspielern im deutschen Fernsehen. Seine erste Hauptrolle hatte er in der ZDF-Miniserie „Der eiserne Weg“ über den Bau der ersten Eisenbahnen in Deutschland. Für die Serie „Hans im........
