Wo ist das Mehr?
„Ich glaube, viele Menschen suchen etwas. Vielleicht ist es die Frage, was das Leben mit Sinn erfüllt“, sagt Schwester Thekla Schönfeld. Sie selbst kennt diese Suche nach einem „Mehrwert“. In einer katholischen Familie in Berlin-Kreuzberg wuchs sie mit „schöner Selbstverständlichkeit“ in den Glauben und die Kirche hinein: „Wir haben zuhause viel zusammen gesungen und gebetet, waren mit unserer Pfarrgemeinde verbunden und ich von klein auf mittendrin“, so beschreibt sie die Kinderstube ihres Glaubens.
Als Jugendliche eröffnete sich ihr in der Gemeinde St. Bonifatius die Perspektive, ihren Glauben mit Gleichaltrigen zu teilen. „Als ich 16 war, haben wir die Jugendband ‚Die Galather‘ gegründet. Das war ein Freiraum, da konnte ich mich ausprobieren und mit meiner Stimme etwas ausdrücken. Ich singe gern, spiele Cello. Wir spielten in Gottesdiensten, auf Wallfahrten oder bei Gemeindefesten meist neue geistliche Lieder, die heute nicht mehr neu, aber nach wie vor ausdrucksstark sind.“ Der Band-Keller im Pfarrhaus wurde ihr zweites Zuhause.
Neben Familie und Band waren die Pfadfinder, der DPSG-Stamm St. Bonifatius Kreuzberg, wichtig: „Wir kamen zu Gruppenstunden, Fahrten und Aktionen zusammen, hatten tolle Erlebnisse, machten wichtige Erfahrungen.“ Bei den Pfadfindern lernte sie ein „kreatives Glaubensleben“ kennen; anders als in der Pfarrgemeinde, doch nicht weniger intensiv. Sammelte erste internationale Erfahrungen auf........
