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„Jede Nacht sehe ich euch“

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22.10.2026

Sein Großonkel Mieczysław Kopyto ist für Markus Szczypta nun kein Unbekannter mehr. Als er und seine Schwester den Personalausweis des Großonkels mit dem Passfoto in den Händen hielten, „war es um uns geschehen“, sagt er. Bis dahin hatte er kein Bild von ihm: „Ich habe immer versucht, mir einen 17-Jährigen vorzustellen.“ Nun sah er in das Gesicht eines jungen Mannes, der sein Leben vor sich hatte. „Da blieb kein Auge trocken.“

Die Last der Großmutter

Was genau Mieczysław Kopyto geschehen ist, blieb in seiner Familie lange unklar. „Ermordet circa 1943 in Bayern“, schrieb Szczypta in seinen Stammbaum. Das war die Erzählung seiner Großmutter, der älteren Schwester von Mieczysław Kopyto und der anderen Geschwister. „Die ganze Familie dachte, er wurde erschossen“, sagt Szczypta (41). Man erzählte sich, dass er wegen eines Mädchens festgenommen worden war.

Ende 1942 oder Anfang 1943 erhielt die Familie, die in der Nähe von Tschenstochau in Polen lebte, ein Paket aus Deutschland mit Kleidung und Schuhen von Mieczysław – damit wussten sie, dass er tot ist. Was nicht ankam, war sein Abschiedsbrief. Jahrzehnte vergingen. Szczypta erzählt, dass der Schmerz........

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