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Hunderte Verkehrsdelikte, zwei Tote: Warum wird gegen Raser nicht durchgegriffen?

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17.03.2026

Herr Winter, der Ludwigsburger Raserprozess beschäftigt derzeit die Menschen: Zwei Todesopfer, drei Angeklagte. Zwei haben Dutzende teils schwere Verkehrsdelikte im Register stehen. Trotzdem erhielten sie ihre Fahrerlaubnis immer wieder zurück. Wie ist das möglich?

MICHAEL WINTER: Ich sage Ihnen nach 37 Jahren Berufserfahrung als Verkehrsrechtler: Dies ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Schon jeder, der die MPU, die medizinisch-psychologische Prüfung, also umgangssprachlich den Idiotentest, beim zweiten Mal besteht, hat eigentlich Glück gehabt. Denn MPU heißt auch: Ich habe charakterliche Mängel und die sollen überprüft werden an. Diese beiden Herren haben mit Sicherheit mehrere dieser ‚Tests‘ durchlaufen, was mich an der Zuverlässigkeit der Prüforganisationen erheblich zweifeln lässt. Da hat man eine Dreiviertelstunde eine Besprechung mit einem Psychologen, und je besser du gelernt hast zu lügen, desto größer ist die Chance, dass du durchkommst. Das hat mit dem, was auf unseren Straßen stattfinden sollte, nichts zu tun. Und was wir hier im Gerichtssaal sehen, sind genau die Auswüchse eines falschen oder zu laxen Prüfungssystems.

Ist unsere Rechtslage zu lax?

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