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Andrews Töchter im Sog des Epstein-Skandals

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12.03.2026

Als die Royals kürzlich zum Gottesdienst am Commonwealth Day in der Westminster Abbey eintrafen, wurden sie besonders aufmerksam beobachtet. Es war der erste große öffentliche Auftritt der Familie seit der vorübergehenden Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor vor rund drei Wochen. Dass Andrew fehlte, überraschte niemanden. Dass aber seine Töchter, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, nicht dabei waren, schon.

Wie bei früheren Skandalen setzte der Palast auf eine bewährte Strategie: zur Tagesordnung übergehen. Doch dieses Mal dürfte es damit bei Weitem nicht getan sein: zu tief der Fall Andrews, zu schwer die Vorwürfe, zu groß die Ausmaße der Affäre. Ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag war Andrew auf dem Anwesen der Royals in Sandringham von der Polizei abgeführt und erst am Abend wieder freigelassen worden. Hintergrund: Ermittlungen wegen möglichen Amtsmissbrauchs. Er soll während seiner Zeit als Handelsgesandter unter anderem Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben.

Unterlagen zeichnen das Bild einer größeren Nähe zum Epstein-Umfeld

Hinweise darauf fanden Ermittler in den Epstein-Akten, in denen auch Fotos des Ex-Royals auftauchten, kniend über einer bekleideten jungen Frau. Die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre hatte zudem erklärt, sie habe als Minderjährige Sex mit Andrew gehabt. Dieser weist die Vorwürfe zurück. Nachdem der Fokus der Öffentlichkeit lange auf ihm gelegen hatte, richtet sich der Blick nun zunehmend auf seine Töchter.

Denn die veröffentlichten Unterlagen zeichnen das Bild einer größeren Nähe von Beatrice und Eugenie zum Epstein-Umfeld – als sie junge Erwachsene waren. Laut E-Mails sollen die beiden etwa wenige Tage nach Epsteins Haftentlassung im Jahr 2009 mit ihm in Miami zu Mittag gegessen haben. „Es werden mehr Fragen gestellt, vor allem dazu, wie viel sie wussten und welche Netzwerke sie über Andrew aufgebaut haben“, sagte Pauline Maclaran, Königshaus-Expertin an der Royal Holloway Universität London, unserer Redaktion. Zuletzt traf es Prinzessin Eugenie unmittelbar: Nach sieben Jahren endete ihre Schirmherrschaft bei der Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International.

Bislang ist das Bild der Prinzessinnen in Öffentlichkeit und Medien gleichwohl ambivalent geblieben. Überwog zunächst Sympathie für die Töchter, die die Folgen der Affäre ihres Vaters mittragen müssen, wächst jetzt die Skepsis. Schließlich gelten die Prinzessinnen auch als mögliche Zeuginnen. Andrew erklärte, an einem Abend im März 2001, an dem Giuffre ihm einen sexuellen Übergriff vorwirft, zu Hause mit seinen Kindern gewesen zu sein. Zuvor habe er Beatrice zu einer Kinderparty gebracht. Sollten Ermittler dieses Alibi überprüfen, könnten die Schwestern eine Rolle spielen. Öffentlich geäußert haben sie sich dazu nicht.

Der britische Historiker und Royals-Biograf Andrew Lownie fordert, Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson sowie Beatrice und Eugenie sollten bereit sein, mit den Ermittlern zu sprechen. „Wenn sie nichts zu verbergen haben, müssten sie auch nichts befürchten“, sagte er im Gespräch. Die Prinzessinnen seien keine unbeteiligten Randfiguren, sondern sie hätten von den Strukturen rund um ihren Vater profitiert. „Seine Netzwerke, besonders im Nahen Osten, haben ihnen erhebliche finanzielle Vorteile verschafft“, betonte auch Maclaran.

Für die Schwestern bleibt die Lage heikel. Offiziell gehören sie zwar nicht zu den „arbeitenden Royals“ und haben keine festen Aufgaben für die Krone. Dennoch sind sie Mitglieder der königlichen Familie und repräsentieren diese. Maclaran spricht von einem kaum auflösbaren Dilemma: „Verteidigen sie ihre Eltern, werden sie mit ihnen in den Strudel gezogen. Kritisieren sie sie, würden sie als illoyal gelten.“

„Dass die Prinzessinnen nicht bei Royal Ascot auftreten, ist ein deutliches Zeichen“

Seit den jüngsten Turbulenzen um Andrew halten sich Beatrice und Eugenie weitgehend fern vom Rampenlicht. Auch der Palast werde wohl weiter auf Distanz setzen, so Maclaran: „Dass die Prinzessinnen in diesem Jahr offenbar nicht gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern der Königsfamilie bei Royal Ascot, dem Pferderennen, auftreten, ist ein deutliches Zeichen“, sagte sie. Einige Beobachter schließen überdies nicht aus, dass sie ihre royalen Titel verlieren könnten – wie ihre Eltern.

Derweil wird öffentlich und mutmaßlich gleichfalls hinter den Kulissen bereits über die nächste Frage diskutiert: Soll Andrew aus der britischen Thronfolge gestrichen werden? Er steht auf Platz acht. Ein solcher Schritt wäre allerdings nicht nur politisch und rechtlich kompliziert, er würde auch eine andere Frage aufwerfen: Was würde das für seine Töchter bedeuten?

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© Südkurier