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Zoff unter Radlern auf dem engen Bodenseeradweg: Wie ein Psychologe die Lage bewertet

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06.04.2026

Ein Mittwochmorgen Anfang März, eigentlich herrscht Gute-Laune-Wetter. Trotzdem führen Gereiztheit und mangelnde Toleranz zu einem vermeidbaren Konflikt auf dem Bodenseeradweg. Eine 75-jährige Frau schiebt ihr Rad durch eine Engstelle bei Maurach. „Fahrradfahrer absteigen“ steht auf einem Schild. Ihr kommt ein Fahrradfahrer entgegen, er steigt nicht ab. Sie geht von einem Rechtsverstoß aus und filmt den Radler. Der ist empört, entreißt ihr das Handy und klaut es ihr. Darüber berichtete die Polizei. Beim Abdruck in der Zeitung ging unsere Redaktion ebenfalls fälschlicherweise von einem Fahrradverbot aus und schrieb, dass der Radler absteigen hätte müssen.

Stimmt nicht, schrieb Georg Schömer aus Überlingen in einem Brief an unsere Redaktion. Schömer bezeichnet sich als „Radler und Dozent“. Er ist Diplom-Psychologe. Für ihn seien die Situationen in Maurach, aber auch an anderen Stellen rund um den Bodensee, „wie ein soziales Experiment“. Die Dynamik auf Radwegen, die Konflikte zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern, das lebensbedrohliche Aufeinandertreffen von Auto und Fahrrad: Viele gefährliche Begegnungen ließen sich in seinen Augen leicht entschärfen – mit gegenseitiger Rücksichtnahme, Gelassenheit........

© Südkurier