Netanjahu fürchtet um seine Mehrheit
Der Wahlkampf in Israel ist um eine Attraktion reicher. Die neue Partei „Israel first“ zieht mit einem ehemaligen Spion in die Wahl am 27. Oktober: Jonathan Pollard saß von 1985 bis 2015 in einem amerikanischen Gefängnis, weil er als Nachrichtenoffizier der US-Marine geheime Dokumente nach Israel weitergereicht und das ansonsten gute Verhältnis zwischen beiden Staaten damit kräftig strapaziert hatte. Als er 2020 nach Israel übersiedelte, begrüßte ihn Premierminister Benjamin Netanjahu persönlich am Flughafen und überreichte ihm seine Einbürgerungsurkunde. Heute dagegen fürchtet eben jener Netanjahu, dass neue Mitte-Rechts-Parteien wie „Israel first“ ihn die Macht kosten, weil sie im Revier seiner Koalition wildern.
Netanjahu ist der dienstälteste Ministerpräsident
Das israelische Parteiensystem ist so unübersichtlich wie der Nahost-Konflikt insgesamt. Einer stark geschrumpften Linken steht ein Konglomerat aus konservativen, religiösen und weit rechtsaußen........
