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Rüstungsdeals und Reformen: Kanzler Merz im Sommerglück

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10.07.2026

Der Bundeskanzler besitzt jetzt einen Revolver. Auf dem Nato-Gipfel hat er die Waffe als Geschenk des türkischen Präsidenten und Gastgebers Recep Tayyib Erdoğan bekommen – mit Namensgravur und Munition. Es ist ein, gelinde gesagt, ungewöhnliches Geschenk, aber es steht symbolisch für den Zustand des Kanzlers. Merz hat Durchschlagskraft – aus verschiedenen Gründen.

In monatelanger Arbeit hat er das milliardenschwere U-Boot-Geschäft mit Kanada an Land gezogen. Den US-Präsidenten konnte er davon überzeugen, Deutschland die Raketen vom Typ Tomahawk zu verkaufen, die Russlands Expansionsdrang Einhalt gebieten sollen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte sich kürzlich bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten vergeblich bemüht, er bekam nicht einmal einen Termin bei seinem Amtskollegen im Pentagon. In dieser Woche in Ankara gab Trump dem Bundeskanzler nun die Erlaubnis.

Trump und Merz haben sich wieder gefunden

Auf dem Nato-Gipfel verbrachten die beiden Männer angesichts des straff durchgetakteten Protokolls viel Zeit miteinander. Beim Festempfang im prunkvollen Präsidentenpalast saß das Ehepaar Merz am Ehrentisch und hatte auch noch Ehrensitze, wenn man so will. Direkt neben Trump wurde Charlotte Merz platziert, dann kam der Kanzler. Wie später aus Regierungskreisen zu hören war, hat sich der US-Präsident fast den gesamten Abend mit den Gästen aus Deutschland unterhalten. Bei Rinderrippchen, Seebarsch mit Artischocken und Baklava hätten die drei „viel vertrauensvolle Zeit“ miteinander verbracht. Solche Kontakte am Rande von Spitzentreffen sind nie bloße Folklore, gerade im Umgang mit Trump, der persönliche Beziehungen oft höher gewichtet als diplomatische Protokolle.

Als Merz schließlich in Ankara vor die Presse trat, wirkte er erleichtert. 24 Stunden ohne Eklat, der Gipfel war kein Debakel für die Nato. Stattdessen bot die Allianz zum Ende des zweitägigen Treffens jenes Bild der Geschlossenheit, auf das die Europäer gehofft hatten. Trump sprach gar davon, dass eine „unglaubliche Liebe“ in der Luft liege. Selbst den Kanzler überraschte dieser Satz. Zumindest vorerst war Trump durch die milliardenschweren Zusagen der Europäer zur Aufrüstung besänftigt.

Das war keineswegs selbstverständlich. Alles hing von den Launen des........

© Südkurier