Graffiti-Kunst statt Schmiererei: Unter der Schänzlebrücke findet die Sprühdose ihren legalen Platz
Unter der Schänzlebrücke kann ein Kunstwerk heute noch da sein, wenige Tage später ist es verschwunden. Neue Farbe, ein anderer Sprayer. „Sachen werden immer übermalt, nur eine Zeitfrage“, sagt Markus Grundler. Eine Ausnahme gibt es. Eine Säule trägt seit der Kunstnacht 2017 dasselbe Werk. Bis heute hat es niemand übermalt.
Grundler kennt die Wände. Der Konstanzer kommt fast jeden zweiten Tag auf seiner üblichen Spazierroute vorbei, fotografiert neue Werke und veröffentlicht sie auf dem Instagram-Konto „hall_of_fame“. Daraus ist mit der Zeit ein Netzwerk entstanden. Grundler hat zahlreiche Sprayer kennengelernt und ist auch für Leute von außerhalb zum Ansprechpartner geworden. Er selbst bezeichnet sich als „alten Hasen“.
Sein erstes eigenes Graffiti sprühte er 1994. Damals beschäftigte er sich an der Waldorfschule in einer Projektarbeit mit Graffiti. Ein Praktikum führte ihn im selben Jahr nach Berlin. Die nahezu „zugemalte Stadt“, so Grundler, und ihre große........
