Wohngeld 2026: Kann man es mit Mindestlohn beantragen?
Steigende Mieten und hohe Lebenshaltungskosten stellen viele Beschäftigte mit geringem Verdienst vor finanzielle Herausforderungen. Um Haushalte mit niedrigen Einkommen zu entlasten, gibt es in Deutschland staatliche Unterstützungsleistungen wie das Wohngeld. Diese Sozialleistung soll Menschen dabei helfen, ihre Miete zu bezahlen oder die finanzielle Belastung bei selbst genutztem Wohneigentum zu verringern. Ob man wohngeldberechtigt ist, hängt unter anderem von der Höhe des eigenen Einkommens ab. Können Menschen, die zum Mindestlohn arbeiten, Wohngeld erhalten?
Kann man Wohngeld mit Mindestlohn beantragen?
Die Zahl der Menschen, die Anspruch auf Wohngeld haben, ist durch die Wohngeld-Plus-Reform im Jahr 2023 deutlich gestiegen. Laut dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat sich der Kreis der Anspruchsberechtigten dadurch nahezu verdoppelt – von rund 600.000 auf etwa 1,2 Millionen Haushalte.
Ob jemand Anspruch auf die Leistung hat, hängt unter anderem vom eigenen Einkommen ab. Wie das BMWSB informiert, richtet sich die Leistung an Haushalte mit niedrigem Einkommen oberhalb der Grundsicherung. Anspruchsberechtigt können zum Beispiel Rentnerinnen und Rentner mit kleiner Rente, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen oder auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor sein. Doch zählen dazu automatisch auch Menschen, die zum Mindestlohn arbeiten?
Grundsätzlich kann man der SPD zufolge auch mit Mindestlohn Wohngeld beantragen. Für die Bewilligung ist jedoch nicht alleine der Stundenlohn entscheidend. Wie der Familienratgeber der Aktion Mensch erklärt, spielen vor allem das gesamte Haushaltseinkommen, die Höhe der Miete und die Größe des Haushalts eine Rolle. Ob Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Mindestlohn die Leistung erhalten, wird daher immer im Einzelfall berechnet.
Wohngeld mit Mindestlohn: Wie wird das Einkommen berechnet?
Um den Anspruch auf Wohngeld zu prüfen, wird zunächst das Gesamteinkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder berechnet. Dabei werden dem BMWSB zufolge alle positiven Einkommen aus dem Jahr zusammengerechnet. Vom Bruttoeinkommen können bestimmte Freibeträge und Abzüge geltend gemacht werden. Laut dem Familienratgeber der Aktion Mensch gehören dazu neben der Einkommenssteuer, Werbungskosten und Sozialversicherungsbeiträgen unter anderem:
Freibeträge für Alleinerziehende: 1320 Euro
Freibeträge bei Schwerbehinderung: 1800 Euro
Entschädigung für Opfer nationalsozialistischer Verfolgung: 750 Euro
Ebenso zählen laut dem BMWSB gesetzlich geregelte Unterhaltsverpflichtungen sowie Kindergeld und Kinderzuschlag beim Wohngeld nicht zum Einkommen.
Mindestlohn 2026: Kann ein zu geringes Gehalt den Wohngeld-Anspruch beeinflussen?
Die Höhe des Einkommens kann den Anspruch auf Wohngeld maßgeblich beeinflussen. Dabei kann nicht nur ein zu hohes Einkommen dazu führen, dass kein Wohngeld gezahlt wird. Auch ein zu niedriges Einkommen kann ein Hinderungsgrund sein. Denn wie der Familienratgeber betont, erhalten in der Regel nur Personen, die einen Teil ihrer Wohnkosten selbst tragen können, den Wohnzuschuss. Dafür ist also ein bestimmtes Mindesteinkommen erforderlich.
Wie niedrig das Einkommen sein darf, lässt sich jedoch nicht pauschal festlegen. Ob jemand wohngeldberechtigt ist, hängt von mehreren Faktoren ab und wird stets individuell berechnet. Grundsätzlich gilt aber: Je niedriger das Einkommen ist, desto mehr Wohngeld kann man erhalten.
Mit einem gesetzlichen Mindestlohn, der laut der Bundesregierung im Jahr 2026 bei 13,90 Euro brutto pro Stunde liegt, dürften Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer daher prinzipiell gute Chancen auf Wohngeld haben. Voraussetzung ist laut dem BMWSB allerdings, dass keine anderen Sozialleistungen bezogen werden, in denen die Wohnkosten bereits berücksichtigt sind – etwa Bürgergeld, Sozialhilfe oder BAföG.
Nina Feger Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
Mindestlohn Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
Wohngeld Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
