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„Ich bin eigentlich immer in der Küche!“ - aber zwei Dinge würde Zora Klipp nie essen

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14.04.2026

Frau Klipp, wenn Sie Hobbyköchin wären und an der „Küchenschlacht“ im ZDF teilnehmen würden: Welches Lieblingsgericht würden Sie in Runde eins zubereiten?

ZORA KLIPP: Ich glaube, ich würde ein Gericht meiner Mutter kochen, das es bei uns früher immer gab: Grünkernbratlinge mit Rahmkohlrabi und Petersilienkartoffeln.

KLIPP: Wir haben zu Hause nie viel Fleisch gegessen, mein Vater war lange Vegetarier. Wenn, dann gab es bei uns mal Lammsalami vom Biohof.

Wann haben Sie zum ersten Mal selbst gekocht?

KLIPP: Ich hatte als Kind einen Herd, der wirklich funktioniert hat. Damit habe ich schon mit sieben Mini-Pfannkuchen für alle kredenzt. (lacht) Wann ich zum ersten Mal so richtig für meine ganze Familie gekocht habe, das weiß ich ehrlicherweise gar nicht. Aber da war ich bestimmt schon zwölf oder so.

Kochen Sie zu Hause viel, wenn Sie schon beruflich den ganzen Tag in der Küche stehen?

KLIPP: Ich koche extrem viel, ich backe extrem viel und ich bin eigentlich immer in der Küche. Mein Sohn hat jetzt eine Spielecke in der Küche, sodass ich auch dort sein kann, wenn ich auf ihn aufpasse. (lacht) Manchmal treibt das meinen Mann zur Weißglut, dass ich so gern Kuchen backe und deshalb immer was zum Naschen da habe. Aber ich mache auch unser Müsli selber. Eigentlich mache ich zu Hause alles selber, ich liebe das!

Auch den Brei für Ihren Sohn?

KLIPP: Ich habe sogar schon Babykuchen gebacken, aus Süßkartoffeln, Haferflocken und Kokosmehl. Vom Brei hat er langsam die Nase voll, er will jetzt selber essen. Also gibt es schon die ersten festen Sachen, die er in die Hand nehmen kann.

Wie kann man sich Ihre Küche zu Hause vorstellen? Ganz schlicht oder wie auf der Arbeit?

KLIPP: Wir wohnen in einer ganz einfachen Mietswohnung und haben die Küche übernommen, die drin war. Es ist eine ganz normale Küche, aber ich habe wahrscheinlich mehr Zubehör als Otto Normalverbraucher.

Was denn zum Beispiel?

KLIPP: Ich habe einen ziemlich guten Reiskocher. Aber ich habe zum Beispiel keine KitchenAid, sondern immer noch meine alte Küchenmaschine aus dem Studium. Die bricht langsam auseinander, also wird es wohl bald Zeit für was Neues … Zu Hause ist meine Küche ganz einfach ausgestattet, aber ich bin ja auch eine einfache Köchin!

Auf welches Gerät oder Werkzeug könnten Sie in der Küche nicht verzichten?

KLIPP: Eine Reibe. Ich habe eine Microplane-Reibe, so eine ganz lange, feine – für Muskat, für Zitronenabrieb, für Knoblauch, für Ingwer. Ich mache damit alles.

Und welche Zutat muss immer im Haus sein?

KLIPP: Butter. Butter ist bei mir überall drin, die macht einfach alles leckerer. Und es gibt inzwischen auch richtig gute vegane Butter.

Die „Küchenschlacht“ läuft im ZDF bald 20 Jahre. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

KLIPP: Ich glaube, es sind die persönlichen Geschichten. Man hat jede Woche tolle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich beim Kochen wirklich viel Mühe geben und die eben auch ihre Geschichten mitbringen. Man schaltet montags ein, lernt die Gruppe kennen und weiß direkt, wen man sympathisch findet und wen eher nicht, man fiebert mit und schaltet dann natürlich am nächsten Tag wieder ein und nächste Woche auch … Dazu kommt, dass das Prinzip der Sendung schnell erklärt ist – und dann kann man sich einfach richtig schön unterhalten lassen.

Sie moderieren die Sendung manchmal, sind aber auch als Jurorin dabei. Was machen Sie lieber?

KLIPP: Ich bin froh, dass ich beides machen darf. Beides macht extrem viel Spaß, ist aber auch ganz unterschiedlich. Als Moderatorin muss man sich ganz anders auf so eine Woche vorbereiten. Das ist aufwendiger, aber man hat dadurch natürlich auch eine Bühne für sich selbst und die Kandidaten, die man begleitet. Als Jurorin kauft man immer so ein bisschen die Katze im Sack, weil man nie weiß, was einen erwartet, wenn man durch die Tür ins Studio geht. Andererseits kann man sich dann einfach durchprobieren und das leckere Essen genießen.

Was macht die XXL-Ausgabe so besonders?

KLIPP: Dass die Profis selbst am Herd stehen und sich den Hobbyköchen stellen müssen. Es ist auch für die Profis gar nicht so einfach, im entscheidenden Moment die Kreativität abzurufen. Johann Lafer zum Beispiel hat beim letzten Mal ganz schön schwitzen müssen, weil er einfach keine richtig runde Idee hatte. Und ich glaube, das ist das Besondere an der Sendung, dass man sieht, wie die Profis aus der Reserve gelockt werden.

Auf wen freuen Sie sich am meisten?

KLIPP: Auf alle! Wir haben ein buntes Potpourri an Profiköchen, sowohl eine Alina Meissner-Bebrout, die noch gar nicht so lange bei der „Küchenschlacht“ dabei ist, als auch einen Mario Kotaska oder einen Johann Lafer, die beide „Küchenschlacht“-Urgesteine sind. Dieser Mix aus Jung und Alt, aus erfahrenen und neuen Teilnehmern ist einfach extrem spannend.

Wie fühlt es sich an, als Profikoch gegen einen Laien zu verlieren?

KLIPP: Wenn wir über das Ego von einem Nelson Müller oder einem Johann Lafer sprechen, das ist aber sowas von groß! (lacht) Wenn man dann gegen Sabine verliert, kratzt das natürlich am Ego. Aber genau das macht die Show ja auch aus, nicht wahr?

Wie würden Sie damit umgehen?

KLIPP: Ich glaube, ich würde es mit Humor nehmen. Auch ein Profikoch hat mal einen schlechten Tag, manchmal hat man einfach keine Idee. Und dann sei der Sieg eben den anderen gegönnt. Es ist ja eine Show und wir wollen unterhalten.

Als Moderatorin der Show – drücken Sie eher Ihren Kollegen die Daumen oder den Amateuren?

KLIPP: Mit dem Herzen bin ich wohl schon so ein bisschen bei den Laien. In der „Küchenschlacht“ fiebere ich auch immer mit den Kandidaten mit. Die Profis, die können kochen, denen brauche ich das nicht zu zeigen, aber bei den Kandidaten juckt es mich manchmal schon in den Fingern.

Was braucht ein Hobbykoch, um bei der „Küchenschlacht“ oder der „Küchenschlacht XXL“ erfolgreich zu sein? Reicht Kreativität?

KLIPP: Ich glaube, man braucht einfach eine Prise Mut. Man muss ein bisschen aus seiner Komfortzone rausgehen und sich trauen, mit Rezepten an den Start zu gehen, die man zu Hause gar nicht unbedingt kochen würde. Kartoffelrösti mit Lachs und Kräuterquark zum Beispiel – das ist auserzählt. Man muss neu denken. Alles andere kommt in der Sendung.

Was glauben Sie, warum schauen sich viele Leute so gern Kochsendungen an?

KLIPP: Essen verbindet einfach – in jeglicher Form. Wenn man zum Beispiel das erste Mal mit seinen Schwiegereltern essen geht: Wenn das Essen kommt, wird es erst mal analysiert. Man hat direkt ein Gesprächsthema. Zum anderen ist Essen auch etwas, das jeden von uns täglich beschäftigt. Wir hangeln uns vom Frühstück zum Mittagessen, zu Kaffee und Kuchen und zum Abendbrot. Essen bestimmt unseren Tagesablauf. Egal, ob man gern kocht oder gern isst oder eben auch nicht: Wir alle brauchen Essen.

Sie sind nicht nur Köchin im eigenen Restaurant, Sie machen auch viel fürs Fernsehen, Sie haben einen Podcast, Sie schreiben Kochbücher und Sie haben eine Familie. Reicht Ihre Zeit für all das?

KLIPP: Jein. Es gibt hier und da schon Engpässe in meinem Kalender, aber wenn es nicht passt, dann passt es eben einfach nicht. Ich mache mir da keinen Stress. Jeder Tag ist anders, jeder Tag wird neu geplant. Ich habe einen tollen Mann, der mich bei allem unterstützt und der jetzt ein Jahr in Elternzeit ist. Das hält mir zu Hause extrem den Rücken frei. Aber ich plane mir auch immer genug freie Zeit ein, damit ich zu Hause präsent sein kann.

Sie sind zwar im Norden aufgewachsen, aber geboren wurden Sie im Schwarzwald. Gibt es noch Verbindungen dorthin?

KLIPP: Meine Eltern haben sich als Saisonarbeiter im Schwarzwald kennengelernt, sie haben beide in einer Kräutergärtnerei im Freiburger Raum gearbeitet. Mein Vater kommt aber aus dem Norden und als sie sich häuslich niederlassen wollten, ist das eben im Norden passiert. Aber wir haben noch Freunde und Verwandte im Schwarzwald und sind auch immer mal wieder dort.

Wie gefällt es Ihnen im Süden?

KLIPP: Schon ganz gut, aber ich muss sagen, ich vermisse dort die freie Sicht. (lacht) Was ich im Süden mag, ist das Traditionelle, dort gibt es noch mehr Handwerk. Aber mein Herz schlägt schon im Norden.

In Ihrem Podcast haben Sie mal gesagt, dass Köche die schlimmsten Esser seien. Gibt es etwas, das Sie überhaupt nicht mögen?

KLIPP: Ich finde Leber extrem eklig, Innereien sind überhaupt nicht meins. Und richtig harten Blauschimmelkäse finde ich auch widerlich.

Bei welchem Ihrer Kollegen schmeckt Ihnen denn alles?

KLIPP: Die nehmen sich alle nicht wirklich viel, aber wenn ich zum Beispiel an das Restaurant von Cornelia Poletto denke: Sie kocht so weich – ich glaube, sie könnte mich mit ihrem Essen immer verzaubern!

Zora Klipp (35) machte nach der Schule eine Kochlehre. Nach einem Au-pair-Aufenthalt in Schweden holte sie das Abitur nach und begann, Tourismusmanagement zu studieren. Mit ihren Geschwistern betreibt sie in Hamburg das Café „Weidenkantine“ und das Restaurant „Blattgold“. Klipps TV-Karriere begann mit dem funk-Format „Koch ma!“, 2022 trat sie erstmals als Jurorin in der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“ auf. Am 15. April und 27. Mai, jeweils um 20.15 Uhr, moderiert die Köchin und Kochbuchautorin die „Küchenschlacht XXL“. Klipp lebt mit ihrem Partner und dem im Juli 2025 geborenen Sohn in Hamburg.

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