Körperkontakt und Rennen verboten! In Konstanz gibt es jetzt auch Gehfußball
Diana Harnest (44) stellt ihre Stöcke in der Umkleidekabine zur Seite. „Die brauche ich seit sieben Jahren.“ Und zieht sich ihre Hallenschuhe an. Um – als einzige Frau unter neun Männern – Fußball zu spielen. Gehfußball oder Walking Football, wie es auf Neudeutsch heißt.
Vor sieben Jahren hatte sie einen schweren Verkehrsunfall: Drei Lendenwirbel gebrochen, der Unterschenkel zertrümmert, drei Monate Reha, ein Jahr Rollstuhl. „Seitdem habe ich jeden Tag irgendeine Therapie.“ Und einmal die Woche wird gekickt, auf die besondere Art. Ihr Bruder Ralf, lange aktiver Fußballer, hat sie mitgenommen. „Ich hab' mir gesagt: Probier mal aus, wie lange du durchhältst!“
Sie wolle vor allem ihr Gleichgewicht schulen, da sie zusätzlich unter Lipödem leidet, einer Fettverteilungsstörung, die hormonell und erblich bedingt nur bei Frauen auftritt. „Deshalb bin ich sehr schmerzempfindlich und habe Probleme beim Laufen.“ Was sie nicht davon abgehalten hat, Fußball zu spielen. „Denn hier nimmt jeder Rücksicht!“ Man lasse ihr Zeit, den Ball anzunehmen und weiterzuleiten. „Ich kenne die meisten Jungs hier schon lange, und denen ist egal, ob man eine Behinderung hat oder nicht.“
Und so versammelt sich an diesem Montagabend im Winter um 19 Uhr eine bunte Truppe in der Sporthalle der Lotte-Eckener-Gemeinschaftsschule in Konstanz. Da ist Oliver Harder, der 20 Jahre beim........
