Türkei: Nach Razzien gegen LGBTQ-Vereine – was bedeutet das für Urlauber?
Türkische Behörden gehen seit dem 12. September 2026 mit Razzien und Festnahmen gegen LGBTQ-Vereine und Aktivisten vor. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı berichteten von Ermittlungen gegen mehr als 160 Verdächtige und neun Vereinigungen in mehr als 15 türkischen Provinzen. Menschenrechtler kritisieren die Aktion als „staatlich gelenkte Diskriminierung“. Was bedeuten die Festnahmen für queere Touristen im Türkei-Urlaub – haben auch sie etwas zu befürchten?
Festnahmen bei Razzien gegen LGBTQ-Vereine in der Türkei: Was ist passiert?
In der Nacht vom 12. auf den 13. September 2026 durchsuchte die Polizei laut dpa 38 Wohnhäuser, Arbeitsstätten und Vereinsräume in Istanbul sowie in Ankara, Izmir und Antalya. Anadolu zufolge laufen Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Gründung einer kriminellen Vereinigung, Prostitution, Obszönität und Drogenbesitzes. Die türkische Gruppe Kaos GL, die sich für die Rechte von Homo- und Bisexuellen, Transmenschen und queeren Personen (LGBTQ) einsetzt, erklärte auf ihrer Website, die Polizei sei in die Vereinsräume eingedrungen und habe Vorstandsmitglieder festgenommen. Bereits am 12. September 2026 seien zahlreiche Social-Media-Accounts und Websites von LGBTQ-Organisationen, Medien, Studentengruppen und Aktivisten gesperrt worden, berichtete Kaos GL.
Die türkische Staatsanwaltschaft bezeichnete die Einsätze laut dpa als Operation „Meine Familie ist sicher“. Sie begründete die Aktion laut Anadolu mit dem Vorwurf, Minderjährige würden durch die Vereinsarbeit hinsichtlich sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität beeinflusst. Die Einsätze sollten verhindern, dass diese Aktivitäten als normal angesehen würden, und dem Schutz von Kindern, Familien und „gemeinsamen moralischen Werten“ dienen. Justizminister Akin Gürlek sagte zudem Anadolu zufolge, dass bei der Prüfung von Vereinsunterlagen hohe Überweisungen ausländischer öffentlicher Einrichtungen aufgefallen seien, deren Herkunft nun untersucht werde. Insgesamt seien laut Gürlek gegen 162 Personen strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden – wie genau diese aussehen, ist derzeit nicht bekannt.
Der Tagesschau zufolge kam es zudem am 15. September 2026 bei einer LGBTQ-Solidaritätsdemo vor einem Gerichtsgebäude in Istanbul zu weiteren Festnahmen. Betroffen waren auch Journalisten und Anwälte.
Begriffe: queer, LGBTQ und Co.
Das LSBTIQ-Lexikon erklärt laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dass die deutsche Abkürzung LSBTIQ für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und Queers steht, während das englische Akronym LGBTIQ für „Lesbians, Gays, Bisexuals, Transgender, Intersex & Queers“ steht.
Manchmal wird der........
