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Politik ohne Mitgefühl: Wenn der Anstand auf der Strecke bleibt

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In der Politik ist es wie beim Wurstmachen: Man weiß manchmal besser nicht, wie die Dinge entstanden sind, sonst wird es schnell unappetitlich. Der politische Betrieb ist ein hartes Geschäft. Es ist ein Geschäft der Gunst und der Missgunst. Und es ist ein Geschäft, in dem die Schwächen des Gegners ganz genau in die eigene Kalkulation einbezogen werden. Mitleid, darüber sollte sich jeder im Klaren sein, ist in diesem Geschäft eine knappe Ressource.

Schon Christian Wulff schilderte einst, wie stark ihn der öffentliche Druck belastet hat, als – auch durch uns Journalisten – förmlich zur Jagd auf den damaligen Bundespräsidenten geblasen wurde. Er beschrieb, wie ihn die Ohnmacht in eine tiefe Schlaflosigkeit getrieben hatte, wie er unfähig war, abzuschalten. Auch Armin Laschet musste während seiner Kandidatur zum Kanzlerkandidaten erfahren, wie schnell aus politischer Kritik ein öffentlicher Demütigungswettbewerb werden kann. Und Laschet war längst nicht der Letzte, der diese bittere Lektion........

© Südkurier