Neue Front am Roten Meer bedroht den Welthandel
Wer einen Blick auf die Lage der Weltpolitik werfen will, der erhält an den Zapfsäulen erste Hinweise. Die Spritpreise spiegeln die internationalen Krisen besonders rasch wider. Seit Monaten lässt der Krieg gegen den Iran die Kosten für Energie rapide ansteigen. Und das nicht nur in Deutschland. Auf 6,00 US-Dollar kletterte der Diesel-Preis nun in den USA – so viel hat er im landesweiten Durchschnitt pro Gallone (3,785 Liter) noch nie in den USA gekostet. Doch: Es könnte noch teurer werden. Denn während der Iran den Ölhandel in der Straße von Hormus weiter massiv stört, greifen nun die mit Teheran verbündeten Huthi-Milizen am Roten Meer an. Ausgerechnet eine wichtige Ausweichroute gerät ins Visier.
„Tor der Tränen“ heißt die Meerenge auf Deutsch, auf Arabisch Bab al-Mandab. Sie liegt zwischen dem Jemen und Eritrea. Die Islamisten haben am Freitag eine Insel in Bab al-Mandab erobert, am Donnerstag hatten sie bereits die Hafenstadt Mokka eingenommen. Für Europa ist das besonders heikel: Die Meerenge ist Teil der wichtigsten Seeverbindung zwischen Europa und Asien: Schiffe fahren vom Mittelmeer durch den Suezkanal und anschließend durch das Rote Meer und Bab al-Mandab in Richtung Indischer Ozean. Gerade angesichts der Spannungen in der Straße von Hormus könnte das........
