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Dürfen Spritpreise bald nur noch einmal am Tag erhöht werden?

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11.03.2026

Die Fahrt an die Tankstelle zögern viele Autofahrerinnen und Autofahrer derzeit wohl so lange heraus, wie es nur geht. Immerhin warten dort Anzeigetafeln, auf denen Preise von mehr als zwei Euro für Benzin und Diesel aufblinken. Laut dem ADAC lag der Durchschnitt an deutschen Tankstellen in den letzten Tagen stets über zwei Euro. Am Dienstagmorgen, 10. März 2026, sollen die Preise für einen Liter Diesel durchschnittlich bei 2,237 Euro und für einen Liter E10 bei 2,095 Euro gelegen haben.

Der Grund für die hohen Spritpreise scheint klar: Der Iran-Krieg und dessen Auswirkungen, zu denen die Blockade der Straße von Hormus zählt. Durch die Meerenge werden laut der Tagesschau normalerweise jeden Tag rund 20 Millionen Barrel Rohöl transportiert, was 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs entspricht. Doch aktuell drängt sich der Verdacht auf, dass nicht jede Preiserhöhung an der Tankstelle auf den Krieg in Nahost zurückzuführen ist. Die Bundesregierung könnte handeln.

Spritpreise: Mehrfache Preiserhöhungen am Tag „riechen nach Abzocke“

Die Spritpreise, die an deutschen Zapfsäulen gelten, verändern sich aktuell mehrmals am Tag. Armand Zorn, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, gab gegenüber dem Spiegel an, dass es an deutschen Tankstellen derzeit durchschnittlich zu 18 Preisveränderungen täglich komme. „Da kann kein Verbraucher mehr durchblicken und die günstigste Tankstelle finden“, glaubt Zorn.

Zumeist orientieren sich die Spritpreise eher nach oben als nach unten. In den letzten Tagen wurde daher die Kritik an Mineralölkonzernen und Tankstellen immer lauter. Viele Experten zweifeln mittlerweile daran, dass die Preiserhöhungen in dieser Form notwendig und allein auf den Krieg in Iran zurückzuführen sind. „Wenn an der Zapfsäule mehrfach pro Tag der Preis erhöht wird, dann riecht das förmlich nach Abzocke“, sagte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) dem Spiegel.

Hubig stellt klar, dass Millionen Pendlerinnen und Pendler derzeit die hohen Preise „in ihrem Geldbeutel“ spüren würden. Daher sei es verständlich, dass der Ruf nach einem politischen Einschreiten laut werde. „Soziale Marktwirtschaft heißt auch: Die Politik muss sich dafür einsetzen, dass das Leben bezahlbar bleibt“, erklärte Hubig dem Spiegel. Man dürfe nun nicht tatenlos dabei zusehen, wie „Konzerne eine Krise für maximalen Profit“ ausnutzen würden.

Spritpreise: Kommt das österreichische Modell nach Deutschland?

Die SPD stellt sich hinter ihre Ministerin. Bei der Suche nach einer Lösung wurde der Blick nach Österreich gerichtet. Dort haben Tankstellen nur einmal am Tag die Möglichkeit zur Preiserhöhung – und zwar genau um 12 Uhr mittags. Preissenkungen dürfen hingegen jederzeit durchgeführt werden. Die Spritpreisverordnung wurde Anfang 2026 bis zum 31. Dezember 2028 verlängert, wie die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) informiert.

„Aus meiner Sicht wäre es gut, wenn wir uns daran ein Beispiel nehmen – und das Preisangabenrecht nachschärfen“, sagte Hubig mit Blick auf das österreichische Modell. Auch Zorn plädierte für eine Regelung, bei der Spritpreise nur einmal am Tag erhöht werden können. Der Tankstellenverband sei laut Spiegel ebenfalls dafür. Dessen Sprecher Herbert Rabl hatte jüngst im SWR davor gewarnt, dass die Spritpreise bald die Marke von 2,50 Euro erreichen könnten.

Die Union scheint für die Idee offen zu sein. „Es muss grundsätzlich alles in Betracht bezogen werden, was auch in Deutschland helfen könnte“, sagte der verbraucherpolitische Sprecher Sebastian Steineke (CDU) dem Spiegel. Er glaube, dass sich ein Blick in andere Länder, und vor allem nach Österreich lohnen könne. Bereits in der vergangenen Woche hatten Union und SPD eine Taskforce eingerichtet, die sich mit den aktuellen Energiepreisen beschäftigen soll. Ergebnisse wurden bislang nicht bekannt.

Auch interessant: Die Preise mancher Elektroautos sind Anfang 2026 unter 10.000 Euro gesunken. Mit dem E-Auto lassen sich außerdem bis zu 700 Euro sparen – und zwar mit einer Neuerung.

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