Achtung, Reisende! In der Bahnhofsunterführung wartet jetzt eine Französischlektion
Dass Radolfzell es mit der Bildung seiner Bürger durchaus ernst nimmt, das beweisen nicht nur die vielen geschichtlichen und kulturellen Angebote, die es etwa im Stadtmuseum oder in der Stadtbibliothek gibt, sowie die zahlreichen Schulen und weitere Bildungseinrichtungen wie die Musikschule. Sondern seit 2021 auch die Bahnhofsunterführung.
Die wurde damals nämlich bei einer Sanierungsmaßnahme nicht nur weiß gestrichen und mit neuem Boden und einem neuen Abwassersystem versehen. Sondern erhielt neben Wegweisern in Richtung See und Innenstadt auch gleich noch Aufschriften mit den englischen Übersetzungen „lake“ und „city“. Sowohl Einheimische als auch Touristen und Durchreisende können also quasi im Schnelldurchlauf Vokabeln lernen.
Weiter geht es auf Französisch
Allerdings dürften die beiden Begriffe mittlerweile nach fast fünf Jahren wirklich jedem in der Stadt bekannt sein. Ist ja auch nicht allzu viel zum Lernen. Vielleicht wurde die Unterführung darum kürzlich auch mit neuen Vokabeln versehen. Weiter geht es zwar nicht auf Englisch, dafür aber auf Französisch. Denn neben den Richtungsweisern prangen nun auch die Worte „lac“ und „ville“ - also See und Stadt in der Sprache unserer westlichen Nachbarn.
Verwunderlich ist das nicht, schließlich verbindet Radolfzell mit Frankreich durch die Städtepartnerschaft mit Istres seit mittlerweile mehr als 50 Jahren so einiges. Außerdem kommen viele Touristen aus Frankreich an den Bodensee. Da wäre es ja vielleicht gar nicht so verkehrt, sich die Sprache anzueignen. Allerdings kommt man mit zwei Wörtern im Gespräch mit Franzosen nicht allzu weit. Eventuell könnte die Stadt also beim geplanten und voraussichtlich bald schon umgesetzten neuen Innenstadtleitsystem ebenfalls Übersetzungen anbringen lassen und damit für die nächsten Lektionen sorgen. So könnten Touristen und Einheimische sich künftig den Weg zur bibliothèque, zur police oder zum parc urbain weisen lassen.
Wie wäre es mit noch mehr Sprachen?
Und womöglich lassen sich noch viel mehr Sprachen im Vorbeigehen lernen. Die Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH hat in der Vergangenheit bereits mitgeteilt, dass auch viele Touristen aus der Schweiz und aus den Niederlanden in den Ferien an den Untersee reisen. Wie wäre es also auch mit Schildern in Richtung Raathuus oder Stadhuis? Alternativ könnte man natürlich auch die hiesige Mundart fördern und anzeigen, wo die Poscht, der Hafe oder die Bolizei zu finden sind.
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