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Herbert Knaup: „Ich war früher ein unruhiger, ja hektischer Mensch“

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05.10.2026

Herr Knaup, Sie sind als Staatsanwalt im ZDF-Krimi „Sarah Kohr“ zu sehen, aber auch als Rechtsanwalt bei „Die Kanzlei“ und als Allgäuer Kommissar Kluftinger. Man hat den Eindruck, Sie hätten im Laufe Ihrer Karriere auffallend oft Rollen im Bereich Polizei und Justiz gespielt. Täuscht das?

HERBERT KNAUP: Das täuscht wahrscheinlich. Aber in einem krimibesessenen Deutschland laufen diese Filme ja die ganze Woche rauf und runter. Die Leute lieben Krimis. Es stimmt schon, in letzter Zeit waren entsprechende Rollen dabei. Das freut mich, hat aber nichts mit meinem eigenen Werdegang zu tun. Das ist schauspielerische Arbeit, ich kann in Wirklichkeit weder Paragrafen reiten noch Verbrecher fangen. Allerdings habe ich tatsächlich schon als Kind gerne auf dem Dachboden den Kriminalkommissar gespielt. Polizei, Krimi und Autos haben mich damals fasziniert.

Obwohl Sie ja keinerlei juristische Vergangenheit haben, nimmt man Ihnen diese Rollen gerne ab. Liegt es vielleicht an Ihrer ruhigen und konzentrierten Ausstrahlung?

KNAUP (LACHT): Die hat sich erst entwickelt. Ich war früher eher ein unruhiger, ja hektischer Mensch und fast ADHS-mäßig unterwegs. Das hat sich allerdings mit Erfahrung und steigendem Selbstvertrauen gelegt. Heute kehrt bei mir Ruhe ein, wenn die Kamera läuft. Für jemanden, der das nicht beruflich macht, ist eine Kamera eher etwas Ungewohntes, man fühlt sich unwohl. Für uns Schauspieler ist das aber der Moment, in dem wir entspannen sollten. Mit den Jahren habe ich gelernt, die Menschen und die Technik um mich herum auszublenden und ganz in der Situation der Spielwelt zu sein.

Meistens stellen Sie ja keine trockenen Paragrafenreiter dar. Ihre Anwälte und Staatsanwälte haben Ecken, Kanten, Humor und gerne auch Schwächen. Sind die Rollen so geschrieben oder interpretieren Sie die Rollen so?

KNAUP: Na ja, das ist schon so geschrieben. Die Vorlage des Autors kann man aber ausschmücken. Das sieht man beispielsweise schon beim Casting, wie jemand einen Text interpretiert. Also, wie man........

© Südkurier