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„Wunderbar, bassd scho“: Wie Franz Xaver Gernstl das Glück fand, ohne es zu suchen

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monday

Servus, Herr Gernstl, werden wir gleich mal ganz grundsätzlich: Was ist für Sie Glück?

FRANZ XAVER GERNSTL: Ich würde sagen, alles, was nicht Unglück ist. Wenn man sich keiner miesen Situation befindet. Ich würde jetzt beispielsweise ungern in der Ukraine leben oder im Gaza-Streifen. In meinen Verhältnissen, also in Schwabing, bin ich eh in einer privilegierten Position. Ich habe ja alles, was ich brauche. Wenn ich zum Fenster rausschaue, blicke ich in einen großen Frühlingsgarten. Wenn man sich also nicht selbst das Leben zu Hölle macht, indem man seine Beziehung versaut und immer am anderen rumnörgelt und sich zergrübelt, dann hat man es hier ganz gut. Wenn ich meine Situation wahrnehme, kann ich nur sagen: wunderbar, basst scho!

Ihr neues Buch heißt „Glück gehabt!“ Ist Glück für Sie eher Ergebnis harter Arbeit an der eigenen Einstellung oder tatsächlich ein reiner Zufall, wie der Buchtitel suggeriert?

GERNSTL: Dieser Titel ist ja ein bisschen flapsig. Ich selbst hatte immer Glück gehabt. Ich hatte einen Traumjob, durfte jahrzehntelang mit zwei Spezln durch die Gegend fahren und Filme drehen. Zwar war das auch manchmal anstrengender als es aussah. Aber im Großen und Ganzen war das eine tolle Zeit. Auch meine Söhne haben sich gut entwickelt, okay einer hätte sich fast einmal die Zunge abgebissen. Ich selbst habe mir mal den Arm gebrochen, aber das war es schon. Es ist in 75 Jahren nichts wirklich schiefgegangen, obwohl ich nie einen genauen Plan hatte. Ich bin immer mit offenem Blick durchs Leben gelaufen und habe dem Glück immer eine Chance eingeräumt, wenn es an die Tür geklopft hat.

Sie behaupten auch, das Geheimnis eines erfüllten Lebens gelüftet zu haben.

GERNSTL: Auf unseren Reisen haben wir allerhand Leute kennengelernt. Darunter waren Visionäre, Philosophen, Eigenbrötler und ganz normale Menschen, die es verstanden, ihrem Leben etwas abzugewinnen. Darum geht es, herauszufinden, welche Tätigkeit einem Freude macht und welche Lebensumstände einem gefallen. Dann kann man mit Liebe sein........

© Südkurier