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Abgründe am Schauspielhaus Zürich: Bei „Maniac“ steht die Welt in Flammen

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Wenn Gott den Menschen erschaffen hat, warum machte er selbigen denn so unperfekt? Was bedeutet Schöpfung denn überhaupt, warum finden täglich auf der ganzen Welt Kriege statt? Das Schauspielhaus Zürich widmet sich dieser Thematik in einer bemerkenswerten Inszenierung. "Maniac“ („Mathematical and Numerical Integrator and Computer“, im Englischen auch für „verrückt“) ist als Uraufführung eine Reise in die Abgründe menschlichen Daseins und vor allem in die Zwiespältigkeit von Wissenschaft. Die Literarische Vorlage von Benjamin Labatut hat Calixto Bieito nun in eine durchaus streitbare Inszenierung geführt. Immer am Rande des Spielbaren, immer nahe am darstellerischen Abgrund.

Am 6. August 1945 fiel die Atombombe auf Hiroshima, 70.000 Menschen waren sofort tot. Der jüdisch-ungarische Physiker Eugene Wigner (Simon Kirsch) und sein Kindheitsfreund John von Neumann (Matthias Neukirch) treffen sich in den 1930er Jahren in den USA und forschen gemeinsam an der Atombombe. Dabei geht es hier neben technischen Fragen vor allem auch um die familiären Hintergründe, Neumanns Mutter Margit (Lena Schwarz), Tochter Marina (Edith Saldanha) und Ehefrau Klara (Verena Jost), eine Sippe voller Widersprüche und Unzulänglichkeiten, die mit der manisch-depressiven Existenz des........

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