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25 Jahre 9/11: Im Schock arbeiteten sie weiter, denn „wir hatten ja zu tun“

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12.09.2026

„Weißt du noch, wie blau der Himmel war?“, fragt Ed.

Heute ist der Himmel vor allem grau. Aber vor 25 Jahren war er blau. So blau, dass es das ist, woran viele New Yorker sich als Erstes erinnern, wenn sie über den 11. September 2001 sprechen. So blau, dass im 9/11-Museum am Ground Zero, dort, wo die Twin Towers standen, ein ganzes Kunstwerk der Farbe des Himmels gewidmet ist.

Heute ist das Museum für die Öffentlichkeit geschlossen. Ed und Kevin stehen vor dem Gitter, das die Gedenkfeier absperrt. Sie dürfen nicht teilnehmen, denn die Zeremonie ist Familienangehörigen der Opfer vorbehalten. Die beiden stehen ohnehin lieber hier, an der Kreuzung Liberty Street und Church Street. Nur wenige Meter entfernt erlebten sie, wie Terroristen ihr Land angriffen und die tödlichsten Anschläge der US-Geschichte verübten.

Der 11. September ist immer ein besonderer Tag in New York – dann wird die Stadt stiller

Ed ist groß, überragt die meisten an der Absperrung; er hat grau meliertes Haar, trägt ein Hemd mit kleinen Karos. Kevin, ein Kopf kleiner, hat auf seine Kappe der New Yorker Feuerwehr eine Sonnenbrille gesteckt, obwohl es dafür heute keinen Grund gibt. Ob die beiden vom 11. September 2001 erzählen könnten? Übernimm du, sagt Kevin. Ed dreht sich zu einem schwarzen Hochhaus an der Ecke um. „Genau da drin waren wir, als das erste Flugzeug einschlug.“

Der 11. September ist immer ein besonderer Tag in New York. Diese laute, leuchtende Stadt wird stiller an diesem Tag, auch 25 Jahre später ist das so. In den Feuerwehrwachen gedenken Kameraden der Opfer. In der St. Paul’s Chapel gegenüber vom Ground Zero schlägt um 8.46 Uhr die Glocke, um an den Beginn des Terrors zu erinnern. Wie durch ein Wunder blieb die kleine Kirche unbeschädigt, als die Türme des World Trade Centers einstürzten.

An vielen Straßenecken erklingt heute ein Dudelsack – eine irisch-schottische Tradition auf Beerdigungen der New Yorker Rettungs- und Sicherheitskräfte. An 9/11 starben allein 343 Feuerwehrleute; die Musiker waren damals im Dauereinsatz, um den Getöteten die letzte Ehre zu........

© Südkurier