Weshalb die Altenheime des Spital- und Spendfonds ein Minus machen
Wie schwer es für die Alten- und Pflegeheime des Spital- und Spendfonds ist, einen verlustfreien Betrieb sicherzustellen, wird in den Zahlen für 2025 ebenso deutlich wie im Wirtschaftsplan für das Jahr 2026. Beides stellte Betriebsleiter Christian Glage jetzt dem Gemeinderat dar. In seiner Funktion als Stiftungsrat beschloss das Gremium jetzt das Zahlenwerk für das laufende Jahr mit einem Defizit von fast 343.000 Euro, wobei allein 318.000 Euro auf das Altenheim St. Franziskus entfallen, nur 24.000 Euro auf das St. Ulrich.
Kosten können nicht gedeckt werden
Zugrunde liegt dem negativen Erfolgsplan das vorläufige Ergebnis des Vorjahres. Mit einem Minus von 195.000 Euro hatten die spitälischen Altenheime gerechnet, mehr als doppelt so hoch wird es mit 399.000 Euro ausfallen, wie Glage gegenüber den Stiftungsräten erklärte. Zum Ausgleich des Liquiditätsdefizits beim Eigenbetrieb der Altenheime beschloss das Gremium daher auch einen Kapitalzuschuss von der Mutterstiftung des Spital- und Spendfonds in Höhe von 400.000 Euro.
Als „Grundproblem der Altenpflege“ bezeichnete Christian Glage die Tatsache, dass sich die eigentlichen Kosten durch die Pflegesatzverhandlungen nicht abdecken ließen. Diese orientierten sich an Durchschnittserträgen und -kosten, die der konkreten Situation und Größe einer Einrichtung nicht gerecht würden. Unter anderem nannte Glage dabei den Aufwand für die Essensversorgung.
Tablets für Pflegedokumentation
Die Hauptabweichungen im vergangenen Jahr seien allerdings durch Investitionen von 108.000 Euro in die Digitalisierung begründet, die nicht absehbar gewesen seien. Mit einer tablet- und handybasierten Pflegedokumentation, einem neuen Bewohnermanagement und einer neuen Fakturierung sei nicht nur der Grundstein für das digitale Arbeiten im neuen Pflegezentrum gelegt worden, das im Herbst in Betrieb gehen soll. Auch zu einem zukunftsfähigen Pflegemanagement in den bestehenden Einrichtungen solle die Innovation beitragen. Allein für eine neue Ausschreibung von Wäschereileistungen seien weitere 18.000 Euro unplanmäßig dazugekommen.
In der Beratung lobte Stadtrat Günter Hornstein (CDU) die „zwei sehr gut geführten Häuser mit sehr guten Belegungszahlen“. Sorgen machen müsse allerdings, dass dennoch keine Kostendeckung erreicht werde. Für Unverständnis sorgte bei Hornstein, dass den Betrieben keine auskömmlichen Pflegesätze zugestanden würden: „Warum werden Kosten nicht akzeptiert?“
Das sagt die Stadtverwaltung
Eine Vermögensschädigung liege keineswegs vor, betonte Lisa Keller als Vertreterin des Spital- und Spendfonds. Es sei schließlich Aufgabe und Zweck der Mutterstiftung, den Eigenbetrieb bei Bedarf zu stützen. Damit könnten die Kosten für die Bewohner geringer gehalten werden. Keller: „Wir erfüllen hier den Stiftungszweck“. Anders sei es bei der Vermögensverwaltung, diese dürfe nicht zum Nachteil der Stiftung sein.
Diskussion um Wirtschaftsplan
„Nicht nachvollziehbar“ war auch für Stadtrat Thorsten Peters (AfD), dass „der andere Verhandlungspartner am längeren Hebel sitzt.“ Der Staat und die Pflegeversicherung müssten doch dankbar sein, dass „wir diese Aufgabe übernehmen“. Wenn er dem Wirtschaftsplan mit dem Minus zustimme, veruntreue er quasi das Vermögen der Stiftung. Eigentlich müssten das Land oder die Versicherung das Defizit ausgleichen – oder den Betrieb selbst übernehmen.
Die Versorgung von alten und kranken Menschen sei schließlich Stiftungszweck, sagte Stadtrat Robert Dreher (FWV/ÜfA). Deshalb beunruhige ihn ein gewisses Defizit noch nicht. Auch, wenn man sich dies nicht dauerhaft leisten könne.
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