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Bad Säckingen feiert Joseph Victor von Scheffel und taucht ein in alte Zeiten

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03.04.2026

Mit einer klassischen Vernissage ist „Scheffel und die Trompeterstadt – Eine Geburtstagsausstellung“ am Mittwochabend eröffnet worden. Joseph Victor Scheffel ist 1826 in Karlsruhe geboren worden, zu seinem 50. Geburtstag wurde Scheffel von Großherzog Friedrich I. von Baden in den erblichen Adelsstand erhoben, das „von“ ziert seitdem seinen Namen. „Der Trompeter von Säckingen“, eines der meistgelesenen Bücher der damaligen Zeit, lenkte die Blicke an den Hochrhein und in die Stadt Säckingen. Die ambivalente Zeit, als Scheffel in Säckingen lebte und sein juristisches Referendariat am Bezirksamt Säckingen ableistete, stand ganz im Mittelpunkt der Vernissage. Bernd Crössmann, der Vorsitzende der Scheffel-Freunde, bereicherte den Abend für die rund 70 Teilnehmer mit einem fundierten Beitrag über die Säckinger Zeit von Scheffel.

Als Leiterin des Hochrheinmuseums hat Susanne Eschbach reichlich Arbeit in den letzten Monaten für das Scheffeljahr geleistet. Solch eine jetzt zugängliche kuratierte Ausstellung benötigt viele helfende Hände und Inspirationen. „Ohne die Kenner und Könner hier in der Stadt wäre das nicht gelungen“, berichtet Susanne Eschbach, die die unterschiedlichen Facetten im Netzwerk zusammenführte. Sowohl bei den inhaltlichen Beiträgen, aber ebenso beim Anspruch der Museumspräsentation. Da ist eine sehenswerte private „Gulden und Kreuzer Sammlung“ ausgestellt. Und es wird angedeutet, wo Scheffel im Hotzenwald Spuren hinterlassen hat.

Ein besonderes Kleinod ist für Eschbach die ausgestellte Totenmaske, die im Vitrinenverbund einen Einblick in die Kultur der damaligen Zeit bietet. Hier sei nicht zu viel verraten, aber die Leihgaben tragen mit dazu bei, dass sich die Besucher ein Bild über die damalige Zeit bilden können. Drei Räume, die jeweils einen roten Faden haben, in denen man das vorvergangene Jahrhundert eintauchen kann. Der Besucher muss die 16 Stücke des Versepos nicht gelesen haben und sich nicht unbedingt als Bildungsbürger verstehen, die Ausstellung bietet auch für Scheffel-Kenner wie auch Gelegenheitsbesucher Überraschendes.

Scheffel-Geburtstag am „Fasnachtsmändig“

Als Hausherr brachte Bürgermeister Alexander Guhl gleich eingangs einige klärende Worte mit: „Die Stadt wollte keine Konkurrenz zur Fasnacht, deshalb gibt es erst jetzt die Vernissage“. Scheffels runder Geburtstag war in diesem Jahr ausgerechnet am „Fasnachtsmändig“, da wäre die Ausstellungseröffnung wohl untergegangen, so das Stadtoberhaupt. Andernorts finden ebenso Ausstellungen zu Ehren von Scheffel statt. Guhl dankte der Museumsleiterin für die exzellente Arbeit und forderte die Gäste auf: „Befassen Sie sich mit Scheffel, die Person ist vielfältig“. Susanne Eschbach lenkte den Blick auf die in der Trompeterstadt schon damals vorhandenen ‚Graffitis‘. Eines davon ist ausgestellt.

Die Ausstellung „Scheffel und die Trompeterstadt: Eine Geburtstagsausstellung“ ist bis zum 1. November im Hochrheinmuseum (Schloss Schönau) zu sehen. Donnerstags bis sonntags hat das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Im ganzen Jahr wird im Rahmen von „Scheffel 200“ auch die Stadt in den Mittelpunkt gerückt – Orte, die Scheffels Inspiration prägten, samt literarischen Führungen – auf Scheffels Spuren – sowie das Stadtfest am 27. Juni, das als besondere Geburtstagsfeier für unvergessliche Momente sorgen soll. Weitere Vorträge und Theateraufführungen, die das Wirken von Joseph Victor von Scheffel in den Mittelpunkt rücken, sind geplant. Das Motto: „Ein Dichter, der eine Stadt unsterblich machte.“

Ein kurioser Fakt zu Scheffels Trompete

Der ehemalige Stadtmusikdirektor und Leiter des Trompetenmuseums Johannes Brenke brachte ein Musikstück zum 100. Geburtstag zu Gehör, sozusagen ein „Scheffelmarsch von 1926“. Wobei diese Trompete, die häufig bildlich auf dem Titel von Scheffels Werk gezeigt wird, „eigentlich schon im 19. Jahrhundert veraltet war.“ Die historische Einordnung Scheffels und seines Werks in die damalige Zeit stellte auch Bernd Crössmann in seinem Beitrag zur Geburtstagsausstellung in den Mittelpunkt.

Crössmann verstand es dabei pointiert, die Leitlinien der Scheffel-Freunde vorzustellen. Crössmann bot mit seinem gelungenen Vortrag gleichzeitig den Hintergrund für die Ausstellungskonzeption mit an. Zu Recht schloss der Scheffel-Freunde-Vorsitzende: „Nehmen Sie sich Zeit und tauche Sie ein in das damalige Säckingen“.

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