Großes Interesse an neuer Heizzentrale von Bioenergie Schwochow
Zahlreiche Besucher nutzten kürzlich die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der neuen Heizzentrale der Bioenergie Schwochow zu werfen. Beim Tag der offenen Tür informierten sich viele Bürgerinnen und Bürger über das Nahwärmenetz, die Technik der Anlage und die Möglichkeiten einer nachhaltigen Wärmeversorgung.
Technik aus nächster Nähe
Bereits am Vormittag füllte sich das Gelände in der Schwenninger Straße. Bei Führungen durch die neue Heizzentrale konnten die Gäste die Technik aus nächster Nähe erleben und erfahren, wie die Wärmeversorgung für den Ortskern funktioniert. Ergänzend standen Fachleute für persönliche Gespräche und Beratungen rund um Anschlussmöglichkeiten, Förderprogramme und Kosten zur Verfügung. Die Geschäftsführer Rainer und Jürgen Schwochow begrüßten die Besucher persönlich und blickten in ihren Ansprachen auf die Entstehungsgeschichte des Projekts zurück. Aus einer zunächst privaten Überlegung zur Modernisierung der eigenen Heizsituation entwickelte sich über mehrere Jahre hinweg die Idee eines Nahwärmenetzes für den Ort. Gespräche mit Nachbarn, Planern und Partnern führten schließlich zur Gründung des Unternehmens und zur Umsetzung des Projekts.
Heute versorgt das Wärmenetz bereits zahlreiche Gebäude im Ortskern zuverlässig mit nachhaltiger Wärme. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Nutzung vorhandener Energiequellen aus der Region – unter anderem Abwärme aus einer benachbarten Biogasanlage, die seit 2017 in das Netz eingespeist wird. Damit werde „nicht nur Energie effizient genutzt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur regionalen Energiewende“ geleistet, betonten die Geschäftsführer.
Ein Grußwort sprach Bürgermeister Maik Lehn. Er hob die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde hervor und dankte der Familie Schwochow für ihr Engagement und die enge Zusammenarbeit mit der Kommune. Die Gemeinde gehe bei der Wärmeversorgung bereits seit Jahren einen konsequenten Weg: Viele kommunale Gebäude im Ortskern werden über das Nahwärmenetz versorgt, weitere Liegenschaften setzen auf erneuerbare Heizsysteme. Das Projekt zeige, wie lokale Initiativen einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten können.
Technische Informationen
Die neue Heizzentrale wurde in Rekordzeit von acht Monaten erstellt. Verbaut ist darin ein Biomassekessel mit einer Spitzenleistung von 1500 kW, zusätzlich eine Abgaskondensation, die bis zu 500 kW aus dem Abgas an zusätzlicher Wärme erzeugt. Überdies wird in der bestehenden Heizzentrale weiterhin die Abwärme der Biogasanlage mit einer Leistung von circa 250 kW in das Wärmenetz eingespeist. Der Biomassekessel wird mit Hackschnitzeln aus Landschaftspflegeholz betrieben. Im Laufe des Jahres wird die Anlage noch durch eine Wärmepumpe erweitert, die mit Überschussstrom der eigenen Photovoltaikanlage sowie Strom aus dem Netz vor allem im Sommer zusätzliche Wärme produziert. Die Anlage wird vom Bund und der EU über das BEW-Programm (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) gefördert.
Neben den Rundgängen durch die Anlage standen auch Fachvorträge auf dem Programm. Energieberater Robert Schmon informierte über Fördermöglichkeiten und wirtschaftliche Aspekte von Nahwärmeanschlüssen. Parallel dazu gab es eine Ausstellung der Haustechnik sowie individuelle Beratungsgespräche für Interessierte. Auch für Bewirtung und Kinderbetreuung war gesorgt.
Die Veranstalter zeigten sich am Ende des Tages sehr zufrieden mit der Resonanz. Die große Besucherzahl und die vielen Gespräche hätten gezeigt, dass das Interesse an nachhaltiger Wärmeversorgung in der Region groß sei. Gleichzeitig machten die Geschäftsführer deutlich, dass sie sich künftig noch weitere Anschlussnehmer für das Nahwärmenetz wünschen. Geschäftsführer Jürgen Schwochow verwies dabei auch auf die aktuelle weltpolitische Lage. Gerade in Zeiten internationaler Krisen und politischer Spannungen sei es wichtig, die Energieversorgung stärker in die eigenen Hände zu nehmen. Regionale Projekte wie das Nahwärmenetz könnten dazu beitragen, unabhängiger von globalen Entwicklungen und fossilen Energieimporten zu werden. Wer sich vor Ort mit Wärme aus regionalen Quellen versorge, stärke nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die regionale Wertschöpfung.
Weiterer Ausbau des Netzes geplant
Im laufenden Jahr 2026 soll das Wärmenetz im Baugebiet „Kleebühl“ sowie im Bereich „Stetten Nord“ auf einer Länge von rund drei Kilometern erweitert werden, sodass sich weitere Haushalte am Netz anschließen können. Auch im bestehenden Wärmenetz im Ortskern sind Neuanschlüsse möglich. Informationen zu möglichen Anschlüssen, den Kosten und zu den staatlichen Fördermöglichkeiten sind auf der Homepage der Bioenergie Schwochow eGbR zu finden: www.bioenergie-schwochow.de.
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