81 Jahre nach Kriegsende: Am 24. April 1945 sind französische Truppen in Singen einmarschiert
Die meisten Menschen in Singen und im Hegau haben die Ankunft der französischen Truppen am 24. April 1945 wohl tatsächlich als Befreiung empfunden. Ständige Fliegerangriffe fanden ebenso ihr Ende, wie der Terror der Nazi-Herrschaft. Vor 81 Jahren hat die Nachkriegszeit in Singen begonnen und damit Jahre unter französischer Besatzung.
Die ersten französischen Truppen marschierten Ende April 1945 in Singen ein, ohne dabei auf größeren Widerstand zu stoßen. Der Arzt Bernhard Dietrich wurde von den Kommandanten der Besatzungsmacht zum ersten Nachkriegsbürgermeister von Singen ernannt. „Endlich Kapitulation! Die weißen Fahnen wurden gehisst, und der in Singen ansässige Arzt Dietrich führte mit viel Mut und Geschick die Verhandlungen. Ihm ist viel zu verdanken“, erinnert sich Marie Ribler an jene Tage. 1934 wurde sie geboren und war damals elf Jahre alt.
Das schreibt Bernhard Dietrichs Biograf
Der Arzt Bernhard Dietrich hat 1897 in Anselfingen bei Engen das Licht der Welt erblickt, wie Jürgen Klöckler im dritten Band Baden-Württembergischer Biografien aus dem Jahr 2002 schreibt. Als promovierter Arzt habe er sich 1927 in Singen niedergelassen, als gläubiger, politisch aktiver Katholik sei er früh als Gegner der Nazis aufgetreten. Er wurde nach deren Machtergreifung mehrmals verhaftet. Aufgrund seiner unbeugsamen Haltung ist er von den französischen Besatzungskräften am 24. April 1945 zum ersten Nachkriegsbürgermeister von Singen ernannt worden. Er galt im Amt als tatkräftig, energisch und vertrat die Interessen der Singener mit Nachdruck und Erfolg. Enttäuscht habe er sich – so........
