Geflüchtet vor den Flammen: So ist die Lage bei den Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten
Es beginnt mit Asche. Zuerst sind es graue Flocken, die lautlos auf Autos und Hausdächern niedergehen. Dann wird der Rauch dichter. Die Sonne verschwindet hinter einem braungrauen Schleier. Schließlich kommt per Handy die Warnmeldung des Katastrophenschutzes: „Dies ist ein realer Notfall.“ Es folgt die Aufforderung zur Evakuierung.
So beschreiben die Menschen aus El Tiemblo und Villa del Prado westlich von Madrid die Stunden, in denen die Flammen über ihre Heimat hereinbrachen. Aus einem kleinen Waldbrand ist das größte Feuer der spanischen Geschichte geworden. Rasend schnell wurde die Landschaft mit ihren Kiefernwäldern zu einem Meer aus Flammen, annähernd 80.000 Hektar umfasste es zeitweise allein im Hinterland der Hauptstadt Spaniens und in der benachbarten Provinz Ávila.
Am Dienstag spricht Ministerpräsident Pedro Sánchez zwar davon, dass man „Licht am Ende des Tunnels“ sehe. Aber den Rest der Woche soll das Thermometer Temperaturen von um die 40 Grad Celsius anzeigen. Der Sommer geht weiter. Der Klimawandel schreitet voran. Es wird nicht aufhören, zu brennen. Dieser Dienstag bedeutet allenfalls eine Atempause in Teilen Europas.
Alexander Held weiß das nur zu gut. Held ist Feuerökologe am European Forest Institute in Bonn. Dort untersucht der studierte Forstwirt die Auswirkungen von Feuer auf Natur und Ökosysteme. Die derzeitigen Katastrophenmeldungen und apokalyptischen Bilder aus dem Süden Europas überraschen ihn nicht. Er sagt Sätze wie: „Die Voraussetzungen in Südeuropa sind perfekt für Feuerstürme, wie wir sie in diesen Tagen sehen.“ Oder: „Da ist einfach viel Potenzial für Waldbrände.“ Held zählt auf: die lang anhaltende Hitzewelle, das warme, trockene und windige Wetter. Dazu ausreichend Brennmaterial. Und, natürlich, der Mensch als „Zündquelle Nummer eins“. Erschreckend findet er, wie schnell, groß und zeitgleich sich die Feuer ausbreiten und wie viele Menschen von ihnen betroffen sind.
„Ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm werden könnte”
„Das ist der schlimmste Waldbrand im Großraum Madrid”, stellt Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso fest, als sie das Katastrophengebiet besucht. Die weißen Turnschuhe der Politikerin sind schon nach wenigen Schritten von Asche überzogen. Gerade ist das öffentliche Interesse riesig, auch das am Klimawandel. Sind die Brände gelöscht, scheint das Interesse erloschen. Wie bei so vielen Waldbränden in den vergangenen Jahren.
In Spanien dürften einige nicht vergessen. Nuria zum Beispiel, eine Bewohnerin aus dem Brandgebiet........
