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Mit einem Sitzstreik im Herzen von Konstanz kämpfen 200 Frauen für ihre Rechte

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10.03.2026

Ob Kinder oder Senioren – es sind vorwiegend Frauen, die sich um Menschen kümmern, die Betreuung benötigen. Doch die Gesellschaft honoriert dies nicht, darauf machen rund 200 Frauen bei einem Sitzstreik am Montag, 9. März, auf der Marktstätte aufmerksam. Veranstalter ist das „Töchterkollektiv“, eine feministische Bewegung. Rosa Buss, Leiterin der Versammlung, stellt fest: Die Strukturen der Gesellschaft seien noch immer zum Nachteil von Frauen. Sie verdienten weniger als Männer. Sorge- und Pflegearbeit werde entweder schlecht oder gar nicht bezahlt. Sie kündigt an, man werde auch künftig laut sein und nerven, wie die Frauen, welche die bisherigen Rechte erkämpften. Wie schnell diese wieder eingeschränkt werden können, zeige sich in den USA.

Rosa Buss: „Frauenrechte sind keine Selbstverständlichkeit“

Buss sagt, sie trage den Mantel ihrer Oma, einer selbstbewussten Frau. Dennoch durfte ihre Großmutter, bis sie 30 Jahre alt war, kein eigenes Konto führen und einen Beruf nur mit Zustimmung des Mannes ausüben. Sie sei schon mit dem dritten Kind schwanger gewesen, als der Mutterschutz eingeführt wurde. Buss betont: „Frauenrechte sind keine Selbstverständlichkeit.“ Zur Gleichstellung gehörten auch Männer, die Verantwortung übernehmen.

Susanne Trunk-Dietrich von der Frauenrechtsgruppe „Terre des femmes“ sagt: Seit Jahrzehnten stehe Gleichberechtigung im Grundgesetz, in Wirklichkeit aber würden Frauen weiter benachteiligt. „Was wir brauchen, sind Männer, die fragen, was kann ich tun, um das Problem zu lösen.“ Unter den Protestierenden finden sich einzelne Männer. Auch Tontechniker unterstützen den Steik, weil das Organisationsteam keine Ahnung von der Materie habe, wie Buss sagt.

Mutter und Tochter kommen gemeinsam zum Sitzstreik

Die 24 Jahre alte Olivia und die 60 Jahre alte Ute sind als Tochter und Mutter zur Demonstration gekommen. Die Ältere hat sich beruflich mit Gleichstellung beschäftigt, die Jüngere sagt: „Das Thema ist wichtig.“ Die Choryphäen, ein neuer Konstanzer Frauenchor, begleiten den Protest mit ihren Liedern. Die Demonstrierenden applaudieren und fordern Zugabe.

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