Nach dem Richtfest folgt der Innenausbau
Es ist zwar kein riesiges Fest wie bei einer Einweihung, „aber ein bedeutender Meilenstein für die Gemeinde“, hieß Bürgermeister Martin Rupp die Gäste zum Richtfest des Feuerwehrgerätehauses willkommen. Ein Brauch, der gar nicht mehr so oft praktiziert werde, aber eine tolle Tradition für einen bedeutenden Bauabschnitt sei.
Im Beisein von Mitgliedern der Feuerwehr, Gemeinde- und Ortschaftsräten sowie Vertretern der am Bau beteiligten Firmen würdigte Rupp „gern und einmal mehr“ die geräuschlose Zusammenlegung der Feuerwehrabteilungen Ahausen und Bermatingen, um die man sie in der Region beneide. „Anderswo werden Messer gewetzt.“ Das neue Gebäude sei eine Quantitätssteigerung im Vergleich zu den beiden bestehenden Häusern und viel mehr als ein Gerätehaus und Garage für Fahrzeuge. Denn neben dem Brandschutz nähmen die Einsätze für den Katastrophenschutz, Verkehrsunfälle und bei wetterbedingten Lagen zu.
Dank gilt dem Architekten aus Stuttgart
Rupp dankte Architekt Rainer Streule vom Büro „Drei Architekten“, Stuttgart, Handwerkern, Zimmerleuten und der Feuerwehr, die ein Team im Vorfeld des zentralen Baus gebildet und viel Hirnschmalz in die Planung gesteckt hatten, „das war ein wichtiger Prozess“. Er freue sich schon auf die öffentliche Einweihung mit einem großen Fest, sagte Rupp und verwies auf die Möglichkeit, auf eigene Faust oder mit Führung durch den bewusst eingeschossig gehaltenen Rohbau zu gehen und lud anschließend zu Gesprächen, Leberkäswecken und Getränken ein.
Überrascht vom doch zügigen Fortschritt war auch Architekt Streule. Er skizzierte den Zeitablauf vom Beschluss 2022, der im Mai 2023 gestarteten Planung bis zum Beginn des Baus im Mai 2025 mit Untergrund und Zuleitungen. Im Oktober 2025 habe man mit der Bodenplatte begonnen und nun sei man bereits beim Holzbau angelangt.
Das Gebäude ist in thermisch unterschiedliche Bereiche gegliedert. Der Funktionstrakt umfasst Fahrzeughalle und Materiallager. Die Umkleiden sind flexibel angeordnet, um bei mehr weiblichem Zulauf die Platzverhältnisse ändern zu können. Raumänderungen sind auch durch die wenigen tragenden (Trockenbau)Wände möglich. Der Kommandant hat Sicht auf Fahrzeughalle und Alarmhof. Vorgesehen sind Besucher-, Jugend-, Serverraum, Saal, Küche, Bereitschaftsraum sowie Archiv. Das Dach wird mit Grün und Photovoltaik belegt.
Nutzfläche beträgt rund 1500 Quadratmeter
Der moderne Neubau bietet sechs Einsatzfahrzeugen Platz. Die Nutzfläche beträgt rund 1500 Quadratmeter, es gibt weder Aufzug noch Treppen, eine bewusste Entscheidung. Bei der Gestaltung herrschen Sichtbeton wie beim Schlauchturm sowie Holz vor. Innen wird mit Trockenbauwänden gearbeitet, die man streichen oder fließen werde. „Jetzt beginnt der Ausbau“, machte Streule auf die nächste Etappe aufmerksam. Bis Ende 2026 oder Anfang 2027 soll das Gerätehaus übergeben werden. 88 Prozent der Gewerke seien ausgeschrieben, 13 von 18 vergeben worden.
Streule wertschätzte das Engagement der Feuerwehr, mit der man „gut, offen und ehrlich“ sprechen konnte. Viel Gesprächsbedarf und Austausch bestehe nun noch beim Innenausbau. Zudem dankte er der Verwaltung und dem Gemeinderat für die finanzielle Verantwortung sowie den Fachplanern und den Firmen: „Ohne sie funktioniert das Ganze nicht!“
Misst man die Länge des Richtspruchs von Marius Geiger von der Firma Staiger und Schneider Holzbauwerke Weilen a. d. Rinnen/Zollernalbkreis, dürfte das zentrale Feuerwehrhaus lange Bestand haben. Das Glück ist Bauherren und Nutzern jedenfalls wohl hold, nachdem die geleerten, vom Dach geworfenen Gläser auf dem Boden zersplittert waren.
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