menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Von Amélie bis Emily: Das sind die berühmtesten Drehorte großer Filme in Paris

36 0
16.08.2026

Die Akkordeontöne passen perfekt in die Landschaft. Sie kommen aus dem Tablet von Juliette Dubois, die auf dem Platz gegenüber der Basilika Sacré-Coeur auf dem Montmartre-Hügel stehen geblieben ist. Von hier bietet sich ein weiter Blick auf die Dächer von Paris. Bis jetzt hat Dubois die großen Touristenansammlungen eher gemieden und ihre Gruppe durch verborgene Winkel abseits der ausgetretenen Wege gelenkt. Doch sie weiß, dass Sacré-Coeur bei einer geführten Tour durch das Viertel im Norden von Paris ein Muss ist. Und dazu gehört jetzt eben auch die passende Musik.

Juliette Dubois spielt an ihrem kleinen Computer das Instrumentalstück „La Valse d’Amélie“ von Yann Tiersen mit seinem schaukelnden Dreiviertel-Takt ab. Es folgt ein Filmausschnitt, in dem eine junge Frau mit schwarzem Pagenkopf einen blinden Mann durch eine Pariser Straße führt und ihm beschreibt, was sich in bunten Farben vor ihren Augen auftut: eine Pferdemetzgerei, ein Käseladen, eine Konditorei mit Lutschern.

Auch der Kult-Streifen „Ein Amerikaner in Paris“ mit Gene Kelly wurde hier gedreht

Wer „Die fabelhafte Welt der Amélie“ gesehen hat, kennt diese Szene. Das gilt hier für alle, die Dubois umringen und ihr aufmerksam zuhören. Sie sind Kino-Liebhaberinnen und -Liebhaber und folgen der Historikerin bei ihrem thematischen Spaziergang durch Montmartre. Das Viertel ist seit Langem eine beliebte Kulisse für Filme, darunter so berühmte wie „Moulin Rouge“, der im gleichnamigen Kabarett spielt, der Kult-Streifen „Ein Amerikaner in Paris“ mit Gene Kelly, der Animations-Kinohit „Ratatouille“, „La vie en rose“ über das Leben der Chansonsängerin Édith Piaf oder eben die schrullig-bezaubernde Geschichte der Amélie Poulain.

Der Klassiker von Regisseur Jean-Pierre Jeunet aus dem Jahr 2001 – das sind auch schon wieder 25 Jahre – hat weltweit das Bild von Montmartre geprägt als jenes eines Postkarten-Idylls inmitten der französischen Hauptstadt, in der es sonst oft so hektisch zugeht. Statt breiter Boulevards schlängeln sich schmale Straßen aus Kopfsteinpflaster den Hügel hinauf, gesäumt von farbigen und teils schiefen Häusern. Zahlreiche Cafés und Restaurants verleihen der Gegend unterhalb der Basilika eine quirlige und doch heimelige Atmosphäre.

„Montmartre ist wie ein Dorf, das aus der Zeit gefallen ist“, beschreibt Tour-Guide Dubois. „Als eine der........

© Südkurier