menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Forsa-Chef Güllner: Der „Demoskopen-Papst“ will kürzer treten

53 0
29.03.2026

„Demoskopen-Papst“, „Herr der Zahlen“ oder „Mann der Meinung“, so wird er genannt, er stellt den Deutschen die „Sonntagsfrage“, liest Kanzlern, Ministern oder Parteichefs die Leviten: Manfred Güllner gehört seit mehr als vier Jahrzehnten zum festen Inventar des Politikbetriebs, doch zum Monatsende zieht er sich zurück. Zumindest aus dem Tagesgeschäft seines Forsa-Instituts, so schränkt er gleich ein. Äußern werde er sich natürlich schon noch ab und an. Im Gespräch mit unserer Redaktion in seinem Büro im vierten Stock einer feinen Berliner Gewerbeimmobilie in Spreenähe blickt der 84-Jährige zurück auf seine Anfänge als Meinungsforscher. Bevor es schnell wieder aktuell wird. Und CDU-Kanzler Friedrich Merz sein Fett abbekommt, ebenso die SPD, die Partei, mit der ihn eine komplizierte Geschichte verbindet. 

„Im Gymnasium war ich als Kommunist verschrien, habe mich schon sehr früh für Politik interessiert“, sagt der gebürtige Remscheider über seine Nachkriegsjugend. Doch mit seinen ausführlichen Ausführungen über Wahlergebnisse habe er seine Mitschüler eher gelangweilt, erinnert er sich. Das Soziologiestudium führt ihn dann nach Köln, wo er sich in der SPD engagiert. Für die zieht er 1969 in den Stadtrat ein und stellt erste Untersuchungen zum Wählerverhalten an. Damit, so schildert er, geriet er „in den Beritt des Infas-Instituts“. Mit dem habe die SPD damals zusammengearbeitet, als Reaktion auf die erfolgreiche Kooperation der CDU mit den Allensbacher Meinungsforschern.

Welche Lehren Güllner........

© Südkurier