Wal-Mitleid: Was uns Buckelwal Timmy über uns erzählt
Sie haben es mitbekommen: Ein Wal stirbt. Menschen haben ihn Timmy getauft (weil er zuerst auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand strandete), jetzt liegt er vor der Insel Poel auf Grund, bewegt sich nicht mehr und atmet nur noch alle paar Minuten. Man müsse ihn gehen lassen, sagte ein Meeresbiologe diese Woche bei einer der vielen Timmy-Pressekonferenzen. Der Mann rang um Fassung, alle anderen im Saal auch. „Ich wünsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt“, fügte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus an. Es sei nun klar, dass das Tier „am Ende das Zeitliche segnen muss“. Ausgerechnet an Ostern! Timmy im ewigen Ozean. Kommen Ihnen auch schon die Tränen?
Mitleid mit dem Buckelwal – das Gefühl der Woche
Mir nicht, ich hab’s nicht so mit Tieren (außer gebraten und gut gewürzt auf dem Teller). Aber das riesige Mitleid, das dieser verirrte Buckelwal in Deutschland und international auslöst, wirkt echt, es kommt aus tiefstem Herzen. 15 Tonnen Tränen mindestens, so viel wie Timmy wiegt. Was nimmt die Leute so mit? Ist es der langsame, öffentliche Tod des Tieres? Oder das Schuldgefühl, das anklopft, weil sich Timmy Anfang März in einem Stellnetz in der Lübecker Bucht verfangen hatte, womit das ganze Drama begann? Sicher ist der sterbende Wal für viele hochsymbolisch. Er steht für globales Artensterben, Klimakrise und den mitleidlosen Umgang der Menschheit mit der Natur.
Es........
