Der Quellenschutz darf nicht geschwächt werden
Der Schutz der Quellen ist im Journalismus eines der höchsten Güter.
Wer Missstände aufdeckt, setzt oft viel aufs Spiel: den eigenen Arbeitsplatz, berufliche Beziehungen oder den persönlichen Ruf. Damit solche Informationen trotzdem an die Öffentlichkeit gelangen, braucht es Menschen, die bereit sind zu reden – und Medien, denen sie vertrauen können. Genau dafür gibt es den journalistischen Quellenschutz.
Was ist Quellenschutz überhaupt? Vereinfacht gesagt: Wer einer Journalistin oder einem Journalisten vertrauliche Informationen bekannt gibt, soll darauf vertrauen können, dass seine Identität nicht preisgegeben wird. Das ist kein Privileg für die Medien. Es ist eine Voraussetzung dafür, dass Journalismus eine seiner wichtigsten Aufgaben erfüllen kann: Missstände aufzudecken.
Informationen gehen nicht immer direkt zum Medienschaffenden
Nehmen wir ein Beispiel. Ein Mitarbeiter einer Behörde stellt fest, dass Steuergelder missbräuchlich eingesetzt werden. Er meldet das intern. Nichts passiert. Er meldet es erneut. Doch der Missbrauch wird vertuscht. Irgendwann kommt er zum Schluss: Die Öffentlichkeit sollte davon erfahren. Doch wenn er seinen Namen nennt, riskiert er vielleicht seine Stelle. Und einen Journalisten kennt er........
