Kapitalismus verdirbt Sägemehl-Romantik
Zuschauer verfolgen den Kilchberger Schwinget in Kilchberg.
Die Entstehungsgeschichte des Kilchberger Schwinget ist bereits allerhöchste Sportromantik: Dr. Emil Huber (1879 bis 1938) ist Jurist, Verleger, Förderer des nationalen Brauchtums und Gutsbesitzer mit abgeschlossener Vermögensbildung. Das Eidgenössische am 14. und 15. August 1927 in Luzern erbost ihn und viele der 10'000 Fans. Im Schlussgang stellen Fritz Hagmann und Ernst Kyburz nach gut 20 Minuten. Kein Sieger. Wer ist nun König?
Zunächst kündigt das Einteilungs-Kampfgericht einen «Spezialausstich» der vier Punktbesten an. Nach rund einer Stunde Beratung wird ganz auf diesen zusätzlichen Ausstich verzichtet und der nach acht Gängen führende Henri Wernli zum Schwingerkönig gekrönt, obwohl er gar nicht im Schlussgang gestanden hatte.
Die kuriose Entscheidung sorgt beim Publikum und in der Presse für erhebliche Kritik auch am Einteilungs-Kampfgericht. Sogar die noble NZZ echauffiert sich über diese seltsame Vergabe des Königstitels und der ebenso konservative Berner «Bund» schreibt von einer aufgeheizten Stimmung beim Fest.
Emil Hubers spontane Idee ist es, Fritz Hagmann........
