Friedrich Merz stellt die «Vertrauensfrage», doch wer sollte ihm nachfolgen?
Ein Regierungschef auf Abruf? Friedrich Merz am Dienstag vor dem Berliner Kanzleramt, wo er den irakischen Premierminister Ali al-Zaidi zum Staatsbesuch erwartete.
Zeiten des Umbruchs bringen es mit sich, dass Personen, von denen ein breiteres Publikum noch nie gehört hat, kometenhaft aufsteigen. Clara von Nathusius, 31, könnte sich als solch ein Fall erweisen: Am Sonntag durfte die Schatzmeisterin der CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union im ARD-Fernsehen auftreten. Qualifiziert dazu hatte sie sich in den Augen der Fernsehleute offenbar durch ihre Social-Media-Aktivitäten – und durch ihr Abrücken von Friedrich Merz.
Einen günstigeren Zeitpunkt hätte die Nachwuchspolitikerin kaum wählen können, wie der Sturm zeigte, der nach ihrem Auftritt wiederum in den sozialen Medien losbrach: Die einen lobten Nathusius als Stimme einer jungen Generation, die eine überfällige Öffnung ihrer Partei hin zur AfD fordere und die mit ihrer Aussage, dieser Kanzler werde keine Wahlsiege mehr einfahren, eine unangenehme Wahrheit gelassen ausspreche.
Weitere schwere Wahlschlappen stehen der CDU bevor
Andere meinten, Nathusius, die einst Angela Merkel dafür gelobt hatte, ein weltoffeneres und feministischeres Land hinterlassen zu haben, sei vor allem eine wendige Karrieristin. Und ein bekannter Ökonom glaubte gar, daran erinnern zu müssen, der deutsche Adel sei schon in den Dreissigerjahren........
