Warum der ÖVP ein Rechtsruck guttun könnte
Die ÖVP ist am Weg zur Kleinpartei, seit der Regierungsbildung laufen ihr massenweise die Wähler davon. Gernot Bauer hat einen Vorschlag, wie die Volkspartei wieder zu Kräften kommen könnte: Mit einem Linksruck könnte die ÖVP enttäuschte Wähler von der FPÖ zurückholen, wie der von mir hochgeschätzte Innenpolitikchef dieses Magazins in seinem Leitartikel (Ausgabe 32) schreibt. Was er damit meint? Einen „mitfühlenden Konservatismus“, eine ÖVP mit mehr Herz und Solidarität, eine Partei, die sich wieder mehr an der christlichen Soziallehre orientiert und so „den kleinen Mann“ anspricht, seine Sorgen versteht. So wie das die Freiheitlichen derzeit so erfolgreich tun.
Klar, wer will schon gegen mehr Mitgefühl sein? Nur beruht diese Strategie auf einer höchst fragwürdigen, wenn nicht klar irrigen Annahme. Die Volkspartei verliert ja nicht deshalb an Zustimmung, weil es ihr an Mitgefühl fehlt. Sondern weil sie nicht mehr das ist, was sie vorgibt zu sein. Wer ständig von Leistung, Eigentum und Eigenverantwortung spricht, sollte auch seine Politik danach ausrichten. Die ÖVP ist aber nicht die Partei der Innovativen, der Risikobereiten und der Mutigen.........
