Wie sich alte Machthaberer verkalkulieren
Viktor Orbán hat sich in mehrfacher Hinsicht verkalkuliert, nicht zuletzt in der Einschätzung junger Frauen. Orbáns Familienpolitik zielte darauf ab, dem Land gebärfreudige Mütter zu sichern, die das ungarische Volk um mindestens drei Nachkommen bereichern sollten.
Seine diesbezüglichen Maßnahmen lesen sich wie eine Mutterkreuz-Broschüre. Frauen mit drei oder mehr Kindern waren seit Oktober von der Einkommensteuer befreit (was vor allem schön klingt, wenn man davon ausgeht, dass dreifache Mütter Einkommen lukrieren, von denen nennenswerte Steuern zu zahlen wären).
Junge verheiratete Paare konnten subventionierte „Babykredite“ bis zu zehn Millionen Forint (nicht ganz 28.000 Euro) beantragen. Und die Kinderzulagen sollten verdoppelt werden.
Das fanden auch manche (männlichen) Kommentatoren in Medien und Thinktanks nicht unschlau. Wie Orbán dachten sie offenbar, dass junge Frauen massenhaft davon träumen, öffentlich gefördert ihre Fruchtbarkeit auszuleben und im staatlich subventionierten Nest einen kleinen Ungarn nach dem andern auf die Welt zu bringen.
Besonders originelle Denker verstiegen sich gar dazu, einen........
