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Ohne einen Plan schlittert Trump in einen langen Krieg

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02.03.2026

Der oberste iranische Führer Ali Chamenei und weitere Spitzen des Regimes sind tot. Und jetzt? US-Präsident Donald Trump sonnt sich im Glanz eines vermeintlich erfolgreichen militärischen Blitz-Manövers. Doch seine Vorstellungen von einem Nachkriegs-Iran bleiben nebulös. Mal ermuntert er die iranische Bevölkerung zum Aufstand. Mal behauptet er, „drei sehr gute Auswahlmöglichkeiten“ für Irans zukünftige Führung zu haben. Mal fabuliert er vom Venezuela-Modell als „das perfekte Szenario“. Also: Staatschef durch kooperative Nachfolger austauschen – und alles bleibt, wie es ist.

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Nichts davon wird im Iran funktionieren. Trump, so scheint es, hat kein Verständnis von der Kohäsion des Unterdrücker-Regimes der Islamischen Republik. Die schwer bewaffneten Revolutionsgarden, der wichtigste Teil der Macht-Elite, lassen sich nicht durch eine erzwungene Personal-Rochade in die Knie zwingen.

Iran-Strategie: USA könnten mit Angebot und Kontrolle Sanktionen lockern

Trump müsste jetzt einen Plan vorlegen, der die Lage nach der Militäroperation im Blick hat. Die Luftangriffe setzen dem Regime zu, aber sie führen kaum zu seinem Zusammenbruch. Der Präsident sollte sich den Druck auf Teheran zunutze machen und der politischen Spitze ein Angebot machen: Minimale Urananreicherung für zivile Zwecke sollte in einem regionalen Konsortium der Golfstaaten erlaubt werden.

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Der Iran müsste dafür die maximale Kontrolle seiner Nuklearanlagen durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) gewähren. Sollte sich Teheran daran halten, könnten die USA einen stufenweisen Abbau der Sanktionen in die Wege leiten. Ein solches Szenario verspricht am ehesten, Risse im iranischen Machtsystem zu befördern. Die Alternative ist ein langer, asymmetrischer und schmutziger Krieg.


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