Immobilien bei St. Albertus Magnus: Parkplätze oder Zukunft?
Was in Bruckhausen geplant wird, hätte wohl vor einigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten. Mehrere Mehrfamilienhäuser mit bezahlbaren Wohnungen, ein neues Gemeindezentrum, betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung – und das alles angestoßen von einer Kirchengemeinde, die ihre in die Jahre gekommenen Gebäude und die dazugehörigen Grundstücke klug nutzt. In einer Gemeinde, in der bezahlbarer Wohnraum seit Jahren Mangelware ist, ist das keine Kleinigkeit.
Parkplatzsituation sollte nicht für Drama sorgen
Wer die Pfarrversammlung verfolgt hat, reibt sich deshalb ein bisschen die Augen. Denn statt über all das zu reden, kreiste die Diskussion irgendwann um Parkplätze. Knapp eine halbe Stunde lang. Es war ein Vater, dessen Kind künftig im geplanten Appartementhaus ein Zuhause finden soll, der schließlich sagte, was viele wohl dachten: Er finde das „sehr befremdlich“. Schwer, ihm da zu widersprechen.
Dabei ist die Parkplatzsituation bei näherer Betrachtung gar nicht so dramatisch, wie sie in der Versammlung klang. Vor der Kirche bleiben rund 25 Stellplätze. Der Waldweg bietet weitere. Beim TVB-Treff gibt es einen ungepflasterten Parkplatz, an der Freizeitanlage noch einmal rund 25 Plätze. Es geht also weniger um einen echten Mangel als um eine Umgewöhnung – und die fällt bekanntlich schwerer als jede Baustelle.
Kernfrage: Wie sollen Wohngebiete in Zukunft aussehen?
Trotzdem steckt in der Debatte eine Frage, der es lohnt, nachzugehen: Wie wollen wir eigentlich wohnen? Andere Orte nutzen solche Projekte als Gelegenheit, ihr Wohngebiet neu zu denken – mit Einbahnregelungen, die den Schleichverkehr heraushalten, mit Wegen, die man auch zu Fuß gehen kann, ohne das Auto bis vor die Türe von Kindergarten, Schule oder Vereinsheim zu fahren. Das ist kein Luxus, das ist Lebensqualität. Auch für die, die heute über fehlende Parkplätze klagen.
Denn natürlich sind die Sorgen der Anwohner nicht aus der Luft gegriffen. Kita, Schule, Vereinsanlage – das kann schon jetzt ein Nadelöhr sein. Wer dort wohnt, weiß das. Diese Stimmen der Anwohner sollte man hören, von der Verwaltung, der Politik und von den Planern. Nur sollten sie nicht dazu führen, ein Projekt kleinzureden, das Bruckhausen und ganz Hünxe voranbringt.
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Was dort gerade entsteht, ist mehr als Bausubstanz. Es ist ein Stück Zukunft für den Ortsteil. Mit Wohnungen für Familien, einem Treffpunkt für die Gemeinde und einem Zuhause für Menschen, die sonst oft am Rand stehen. Das verdient mehr als eine Parkplatzdiskussion.
