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Warum Mexiko, dem Co-Gastgeber der Fußball-WM, nun blutige Wochen drohen

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01.03.2026

Es wirkt auf den ersten Blick absurd. Mexikos Regierung tötet den meistgesuchten Verbrecher des Landes und beweist ihre Schlagkraft gegen das organisierte Verbrechen. Doch anstatt den Schlag gegen das mächtige CJNG-Kartell und seinen Anführer Nemesio Oseguera Cervantes zu feiern, zittert gefühlt das ganze Land vor den Konsequenzen. 

Die Menschen wissen nur zu gut: Die Tötung von „El Mencho“ führt zu mehr Unsicherheit, mehr Gewalt, zu Revierkämpfen und Machtdemonstrationen. Das CJNG-Kartell wird Osegueras Nachfolge blutig regeln, andere Syndikate werden die Führungslosigkeit der gegnerischen Organisation ausnutzen. So war es schon so oft. Der aktuelle Erfolg der Regierung gegen die Organisierte Kriminalität ist ein Pyrrhussieg. 

Dem Co-Gastgeber der Fußball-WM drohen blutige Wochen

Mexiko, Co-Gastgeber der Fußball-WM im Sommer, drohen unsichere und vermutlich blutige Wochen und Monate. Noch am Sonntag nahmen die Kämpfer des CJNG-Kartells Urlaubsziele und Städte aus Vergeltung unter Feuer. Auch in Guadalajara, wo WM-Spiele stattfinden, brannten Geschäfte und Fahrzeuge, regierten Panik und Angst. 

Längst herrscht der Staat nicht mehr über das ganze Land. Immer größere Teile Mexikos sind in der Hand der Kartelle. Das war im Norden schon lange so. Aber es ist inzwischen zumindest teil- und phasenweise auch in den Urlaubsregionen am Pazifik im Westen Mexikos so, und in der Karibik im Süden ist die Unsicherheit täglicher Begleiter. 

Mexiko ist in Teilen ein gekaperter Staat. Daran ändern auch die Festnahmen, Tötungen und Auslieferungen der Drogenbosse nichts. Einer geht, ein anderer folgt nach. Das Geschäft mit Drogen, Menschen und geraubten Rohstoffen ist zu lukrativ, der Staat zu korrupt und unterwandert.


© NRZ