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Gefühlte Zensur: Das rechte Märchen von der bedrohten Meinungsfreiheit

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28.08.2026

Als Medienkolumnistin beobachte ich – Sie haben es schon geahnt – die Medien. Und wenn Medien über Medien schreiben und ich das dann kommentiere, dann wird es absurd. Trotzdem, heute muss es mal sein. Anlass ist der neue »Spiegel«-Titel: »Warum die Meinungsfreiheit bedroht ist.« Illustriert ist der Titel mit Worten, die man nicht lesen kann, weil sie mit schwarzen Balken übermalt sind. Oh-oh.

Ich habe sofort nachgeschaut, ob als Kronzeuge der bedrohten Meinungsfreiheit der Comedian Dieter Nuhr genannt wird, der normalerweise in diesem Zusammenhang rumjammert. Nuhr hat ein lukratives Geschäft daraus gemacht, auf allen möglichen Plattformen – eigene Show in der ARD, Auftritte in riesigen Hallen, als Buchautor, in TV-Interviews –, also öffentlich und überall und oft vor einem Millionenpublikum sich zu beklagen, dass man ja gar! nichts! mehr! sagen! dürfe! Aber nein, immerhin hat der »Spiegel« Dieter Nuhr nicht für diesen Artikel interviewt. Ein bisschen seriöser soll es dann doch sein.

Seit Jahren ist es ein beliebtes »Argument« der Rechten, dass man in Deutschland nichts mehr sagen dürfe, weil insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender von Linken unterwandert seien und alle Meinungsäußerungen zensierten. Das ist natürlich blanker Unsinn, aber dieses Narrativ hat eine große........

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