Eine andere Form der Besatzung
Zwischen Jordan und Mittelmeer hat man viele Friedensbemühungen gesehen: Nahost-Quartett, Konferenzen in Madrid, Oslo, Wye, Camp David und jetzt ist da – der »Friedensrat«, gegründet von Donald Trump, auf ewig geleitet von Trump und natürlich tagend im nach ihm benannten »Donald J. Trump Institute of Peace«. Dafür wurde eigens das renommierte »United States Institute of Peace« nach seinem Ebenbild umgebaut.
Es fällt vor diesem Hintergrund extrem schwer, das ernstzunehmen, was Trump und seine Leute nun unter der Marke »Friedensrat« veranstalten. Aber es muss. Es ist kein »neues Denken« (Trump), die Vereinten Nationen zu umgehen und die Palästinenser erst recht. Denn gegen den Willen der Bevölkerung ausländische Soldaten nach Gaza zu schicken, ist nur eine andere Form der Besatzung, ebenso wie das Aufzwingen einer »Regierung«, auch wenn der Name »Gaza Executive Board« eher an die Führung eines Start-ups erinnert. Was wird passieren, wenn die Menschen mit ihren Entscheidungen nicht einverstanden sind, es zu Massendemonstrationen kommt? Wie werden die »Internationalen Stabilisierungskräfte« reagieren. Die Soldaten, unter anderem aus dem fernen Indonesien, haben keine Ahnung von Gaza und seiner Bevölkerung.
Als Startup, als nur einen weiteren Deal, so hätten Trump und seine Leute den Gazastreifen wohl am Liebsten gesehen. Simulationen von Hochhäusern an der Küste von Gaza machen die Runde: von Luftschlössern. Denn die Menschen werden sich diese Wohnungen nicht leisten können; wovon auch? Aber sind es überhaupt Palästinenser, die da wohnen sollen? Viele haben daran Zweifel. Denn in Israels Regierung, Teil des »Friedensrates«, denken viel zu viele darüber nach, die Menschen aus Gaza in andere Länder zu vertreiben.
Aber bevor man zu viel darüber nachdenken kann, ob es wirklich eine gute Idee ist, wenn man absolute Laien mit einer solchen Aufgabe vertraut, taucht Fifa-Präsident Gianni Infantino beim Friedensrat auf, um eine »echte Partnerschaft« mit dem Gremium zu verkünden.
