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Die Macht der Revolutionsgarden brechen

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03.03.2026

Muss dieser Krieg wirklich sein? Diese Frage stellen sich in diesen Tagen viele Israelis. Denn während viele Medien im Land den israelisch-US-amerikanischen Angriff auf den Iran unterstützen, ist die Bevölkerung kriegsmüde. Nach zweieinhalb Jahren Krieg leben inzwischen fast zwei Millionen Menschen unter der Armutsgrenze. Die Kriegsführung im Gazastreifen, das Vorgehen der ultrarechten Koalition gegen die palästinensische Bevölkerung in Ost-Jerusalem und im Westjordanland haben auch viele in ein moralisches Dilemma gestürzt. Sicherheit ja, aber zu welchem Preis?

Hätte es eine diplomatische Lösung geben können? Für das iranische Atomprogramm vielleicht. Doch der Einfluss der Revolutionsgarden ist das gewichtigere Problem: Der »Financial Times« zufolge besitzt ein den Revolutionsgarden nahestehender Banker eine Reihe von Hotel-Gebäuden in Europa, darunter einige Top-Hotels im Rhein-Main-Gebiet.

Die saudische Führung soll mit auf den Angriff gedrungen haben, weil die Revolutionsgarden viel zu viel Geld und Einfluss angehäuft haben und beides nutzen, um den Nahen Osten zu destabilisieren.

Ob der Krieg die Revolutionsgarden entscheidend schwächen wird, ist völlig offen. Denn es gibt keine tragfähigen Konzepte für einen Regimewechsel. Im Iran leben auch viele Araber und Kurden. Um eine gewaltfreie Zukunft des Landes zu schaffen, müssen auch sie berücksichtigt werden. Der Blick auf andere Länder in der Region zeigt aber, dass sie viel wahrscheinlicher zum Spielball der Interessen anderer werden.


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