Alternde Pop-Ladies: Bitte bleibt einfach noch ein bisschen
Alle reden immer davon, dass weiblich gelesene Popstars in Würde altern sollen. Das fand ich schon immer bescheuert. Ich bin nämlich froh, wenn sie überhaupt altern – aka nicht in Kürze sterben. Nun werde auch ich älter, und mit mir meine Lieblingssängerinnen. Einige hatten schon zu meinen Teenie-Zeiten fast 20 Jahre mehr als ich auf dem Buckel – Madonna, Cyndi Lauper, Tori Amos –, was mir seit einigen Jahren empfindlich auffällt.
Im Herbst 2023 hatte ich es endlich geschafft, Madonna live zu sehen – das Ticket hatte ich Monate zuvor nicht voller Vorfreude gekauft, sondern auch ein bisschen mit einem stechenden Schmerz im Herzen: Was, wenn dies meine letzte Chance sein sollte, die »Queen of Pop« live zu sehen? Dementsprechend machte es mich fix und fertig, als im Sommer 2023 die Nachricht kam, dass Madonna wegen einer Sepsis aufgrund einer schweren Infektion mehrere Tage im Koma gelegen hatte. Wundersamerweise schaffte sie es trotzdem, ihre Welttournee anzutreten; und in jenem Jahr saß ich dann, nachdem sie wieder gesund, aber eigentlich auch nur halbwegs fit war, mit Tausenden anderen in der Kölner Lanxess-Arena, um sie nach jahrzehntelangem Fandom meinerseits zum ersten Mal live zu sehen. Dass sie 90 Minuten zu spät zu ihrem Auftritt kam, juckte niemanden – Hauptsache, es gab sie noch. »Who cares!«, scherzten die beiden aus England angereisten jungen Frauen neben mir während des Wartens. »Wir sind extra aus England angereist und haben jetzt Urlaub – wir haben........
