Iran-Krieg treibt den Hunger
Krieg macht hungrig. Das gilt immer und somit auch für den Iran-Krieg. Steigende Treibstoff- und Transportkosten verteuern die Lieferung von Nahrungsmitteln und treiben somit die Nahrungsmittelpreise. Durch die Schließung der Straße von Hormus sind zudem die weltweiten Lieferketten für Nahrungsmittel und Düngemittel gestört.
Ein zentraler Produktionsort für Düngemittel auf dem Weltmarkt ist der Persische Golf. Schon jetzt stocken die Lieferungen, und die Preise steigen. Mit Auswirkungen zum Beispiel für viele afrikanischen Länder, denen Ernteeinbußen drohen, weil die kommende Pflanzsaison 2026/27 massiv gefährdet ist.
Laut UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher benötigt die Nothilfeorganisation Ocha in diesem Jahr 23 Milliarden US-Dollar. Bisher gebe es Zusagen über lediglich 8,7 Milliarden. Nur 87 Millionen Menschen erhalten derzeit via UN Überlebenshilfe – mehr als 318 Millionen litten aber an akutem Hunger.
Die deutsche Bundesregierung müsste in solch einer Lage handeln: Kurzfristig mit einer Aufstockung der humanitären Hilfe, die 2025 halbiert wurde. Und langfristig, indem endlich die Weichen in Richtung einer ökologischen, ressourcenschonenden Produktionsweise gestellt werden, die vielfältige Nahrungsmittel für alle Menschen produziert. Das hat der Weltagrarrat aus 400 Experten in seinem Bericht bereits 2008 gefordert.
Gearbeitet wird in Deutschland an der Kriegstüchtigkeit statt lokal und global an einer widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Agrarproduktion. Dabei zeigen die aktuellen Krisen einmal mehr: Energie- und Ernährungssicherheit sind global eng miteinander verbunden. Wer heute in Prävention und Resilienz investiert, verhindert morgen humanitäre Krisen und trägt zur Überwindung von Hunger bei. Deutschland gehört bisher nicht dazu.
