Nuseirat zwei Jahre später in den Albträumen der Überlebenden
Am 8. Juni 2024 war das Flüchtlingslager Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens, südlich von Wadi Gaza, Schauplatz einer israelischen Militäroperation, die sich nicht auf einen Luftangriff beschränkte: Es kam zu einem plötzlichen Bodenangriff in einem dicht besiedelten zivilen Gebiet, das zuvor als »Sicherheitszone« für Vertriebene ausgewiesen worden war. Die Operation wurde von intensiven Luftangriffen mit Apache-Hubschraubern und Salven aus Quadcopter-Drohnen begleitet, wodurch Zivilisten auf Märkten und in Wohnvierteln eingeschlossen wurden.
In den offiziellen Darstellungen wurde die Operation dann als Mission zur Rettung von vier Geiseln dargestellt, während die Zahl der palästinensischen Zivilopfer schockierend hoch war: Laut medizinischen und lokalen Quellen wurden mindestens 274 getötete Palästinenser und Hunderte Verletzte gemeldet.
Israelische Truppen drangen in das Lager an Bord von getarnten Hilfsgüter-Lkws ein, andere gaben sich als Vertriebene aus und fuhren in Fahrzeugen voller Matratzen vor. Sie drangen in zwei Wohnhäuser ein und eröffneten ununterbrochen das Feuer, auf der Straße und in den Treppenhäusern, und hinterließen eine Spur aus Blut und Tod. Hunderte flohen in Panik in Richtung der nur rund sechs Kilometer entfernten Stadt Deir Al-Balah. Kurz darauf verließen die Panzer das Lager und fuhren an den Leichen der Toten vorbei.
Was beim Massaker von Nuseirat auffällt, ist nicht nur die Zahl der Opfer oder die........
